Full text: Volume (Bd. 13 (1868))

lieber das Mäkler-Geschäft rc.

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tent, ausgenommen wenn er wissentlich die Nichtschuld zahlte, mit
der ihm nach Art. 81 allgemein zustehenden Schädenklage auch den
Ersatz seiner Unkosten, mithin auch solcher zweckloser Zahlung ver-
langen. Art. 283.
Ist aber der Abschluß des Geschäftes erfolgt, so kann dem Mäkler
wegen Gefährde (dolus) der Anspruch auf Lohn und Auslagen ent-
zogen werden. Art. 1. Troplong, du mandat, No. 635. 1. ult.
Cod. de eond. causa data. So wurde vom preuß. Obertribunal
die Lohnklage des Mäklers abgewiesen, weil er einen anderen Auftrag
angenommen hatte, welcher nach der Ansicht des Gerichtshofes mit
dem zuerst erhaltenen collidirte. Busch, Archiv, XI, S. 238, vgl.
oben Nr. VI und unten Z. XII, S. 429.
Auch dann kann der zugesagte Lohn nicht verlangt werden, wenn
der Mäkler seine Verbindlichkeit nicht erfüllt hat. So wurde vom
obersten Gerichtshöfe Oesterreichs die Lohnforderung eines Mäklers
abgewiesen, als derselbe seinem Committenten die Vermittlung einer
Stelle bei einem Grossohändler zugesagt, statt dessen aber ihn in einem
Detail-Geschäfte placirt hatte. Busch, Archiv, XII, S. 157. Da
übrigens der Committent jene andere Stelle angenommen hatte, so
ist jene Entscheidung insofern unrichtig, als nicht dem Mäkler statt
der zugesagten hohen Gebühr von 400 Gulden die gewöhnliche
Mäklergebühr zuerkannt wurde.
Nicht selten wird im Mäklervertrage bedungen, daß der Privat-
Handelsmäkler eine gewisse Summe als Belohnung erhalte, aber
von der anderen Partei, mit welcher das Geschäft abgeschlossen werden
soll, nichts annehmen dürfe. (Vgl. unter Nr. XII.) Die Verletzung
dieses Gedinges zieht Verlust des zugesagten Lohnes nach sich, weil
es ein Vertragsbruch ist, welcher die Interessen des Committenten
gefährdet. Denn die Höhe des zugesagten Lohnes wurde nach jenem
Geding bemessen, und der Committent wollte sich dadurch die guten
Dienste des Mäklers ganz besonders sichern, und was der andere
Contrahent zahlte, wird er in der Regel demjenigen zuschlagen, was
er als Vertragsleistung vom Gegentheil verlangt, so daß dieser dop-
pelt belastet würde.
Auch das Verschulden des Mäklers muß Verlust an Lohn und
Auslagen zur Folge haben, wenn es von solcher Bedeutung, daß es
dem Committenten den Geschäftsabschluß werthlos macht, weil dann

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