Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 13 (1868))

Literarische Umschau.

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beabsichtigt man aus den Erkenntniffen selbst diejenigen Theile, welche
kein juristisch allgemeines Interesse darbieten, fortzulassen. Dagegen
sollen die seit Einführung des Handelsgesetzbuchs ergangenen wichtigeren
Erkenntnisse, sowie ältere seerechtliche und assecuranzrechtliche Entschei-
dungen, soweit sie noch nicht durch den Druck bekannt und soweit der
Raum dieß gestattet, nachgeholt werden.
Bei der Aufgabe, welche sich die Herausgeber stellen, eine er-
schöpfende Darstellung aller bei dem Hamburger Handelsgerichte anhängig
werdenden Streitfälle, welche nicht juristisch völlig bedeutungslos sind,
und in ihnen ein Bild des lebendigen Handelsverkehrs zu geben, konnte
auch die Existenz der „Hamburgischen Gerichtszeitung" kein Bedenken
gegen die Herausgabe der „Hamburgischen Handelsgerichts-Zeitung"
erregen. Denn abgesehen von manchen redactionellen Mängeln bringt
jene Zeitung von den Entscheidungen, welche in wöchentlich acht, lediglich
der contradictorischen Verhandlung gewidmeten, Audienzen abgegeben
werden, nur ungefähr zwei per Woche, und keineswegs immer gerade die
wichtigsten, zur Mittheilung.
Um aber neben den handelsgerichtlichen Entscheidungen namentlich
dem Hamburgischen Leser auch die Urtheile der übrigen Hamburgischen
Gerichte zur übersichtlichen Kenntniß zu bringen, wird wöchentlich mit
der Handelsgerichts-Zeitung ein ausschließlich der Relation Hamburgi-
scher nichthandelsrechtlicher Fälle gewidmetes und nach denselben Prin-
cipien wie die Handelsgerichts-Zeitung bearbeitetes Beiblatt erscheinen.
Dasselbe soll ein selbstständig abgeschlossenes Werk bilden, jedoch nur in
Verbindung mit dem Hauptblatt bezogen werden können, während für
dieses Letztere im Interesse der auswärtigen Leser ein separates Abonne-
ment eröffnet wird.
Alljährlich soll ein genaues Namen-, Sach- und Quellen-Register
sowohl bezüglich der Handelsgerichts-Zeitung wie des Beiblattes heraus-
gegeben werden, und wird die Bearbeitung desselben fortlaufend schon im
Laufe des Jahres stattfinden, um mit dessen Schluß sofort auch das
Register ausgeben zu können.
Möge das Unternehmen bei dem Juristen-, wie bei dem Kaufmann-
stande eine wohlwollende Aufnahme finden!"
Da Hamburg vermöge seiner Eigenschaft als Welthandelsstadt eine
unerschöpfliche Quelle von Rechtsfällen, zumal aus dem Gebiete des
Seehandels, darbietet, so dürste der zuletzt ausgesprochene Wunsch der
Herausgeber gegründete Aussicht auf Erfüllung haben; denn es darf
nicht außer Acht gelassen werden, daß bei Weitem der größte Theil der
Gerichte der anderen Staaten, in welchen das deutsche Handelsgesetzbuch
gilt, sich nur in höchst seltenen Fällen mit dem Seehandelsrechte zu be-
schäftigen haben, und daß man daher auch in anderen Sammelwerken
ähnlicher Art verhältnißmäßig nur wenigeRechtsfälle aus denselben findet.
Das Unternehmen ist allerdings insofern ein großes, als diese Zei-

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