Volltext: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 13 (1868))

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Herzogthum Braunschweig. Art. 343.

einer Bestimmung, welche offenbar nur zur Regelung und Erleichte-
rung der Ausführung dient und im beiderseitigen Interesse liegt, sich ,
dem Verluste seiner contractlichen Rechte ausgesetzt haben sollte. I
Zu einer Erledigung dieser an sich völlig unerheblichen und von dem
Beklagten auch nur am Schlüsse der Correspondenz beiläufig be-
rührten Differenz konnte es eben deshalb nicht kommen, weil der
Beklagte den Contractsabschluß leugnete und aus diesem Grunde die
Lieferung verweigerte. Mit Recht ist daher jener für das Verhalten
der Parteien ohne allen Einfluß gebliebenen und bei jetziger Sachlage
durchweg bedeutungslosen Differenz auch bei der Entscheidung des
gegenwärtigen Rechtsstreits jede Berücksichtigung versagt. T.
Zu Art. 343.
Verzug des Käufers mit der Empfangnahme der Waare.
Die Firma I. C. S. zu Dresden verkaufte am 25. Juni 1865
dem Kausmanne L. S. zu Braunschweig 200 Wispel böhmischen
Hafer 1864er Durchschnittsqualität zu 24^/z Thlr. pro 1200 Pfd.
netto frei Schiff Magdeburg und verpflichtete sich dabei, den Hafer
im Juli 6. a. in Dresden abzuladen. Unterm 14. Juli 6. a. zeigte
der Käufer der genannten Verkäuferin an, daß er von dem Kauf-
objecte 50 Wispel an die Firma Gebr. F. zu Magdeburg überwiesen
habe, und von dieser die Aufgabe wegen des Anlegeplatzes des Schiffers
erfolgen werdet Nachdem zwischen der vorgedachten Firma und der
Firma J.C.S. zu Dresden in Veranlassung der durch den Wassermangel
verhinderten Verschiffung der Waare über deren Versand per Bahn
Verhandlungen gepflogen waren, welche zu einer Einigung der ge-
nannten Firmen nicht geführt hatten, forderten Gebr. F. mittelst
Briefs vom 15. August 1865 die Handlung I. C. S. auf, den Hafer
der ursprünglichen Verabredung gemäß per Schiff zu übersenden
und machten zugleich nähere Angaben über die dem Schiffer zu er-
theilende Anweisung. Demgemäß zeigte die letztere Firma den Gebr.
F. unterm 18. ejusd. an, daß sie einen Schiffer unter der gewünsch-
ten Ordre engagirt hätte, und am 21. Husd. mit Einladung der
Waare begonnen werden solle. Unterm 21. ejusd. erklärten jedoch
Gebr. F., ohne auf das Schreiben der Firma I. C. S. v. 18. ejusd.
etwas erwidert zu haben, daß sie von dem Hafer, da solcher bis jetzt

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