Full text: Volume (Bd. 13 (1868))

Bezirk des O.-A.-Gerichts Jena. Art. 300.

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den Rest der 600 Thlr. habe der Kläger insofern verfügt, als er den
K. in der Zeit vom 28. October 1865 bis 1. April 1866 den Auf-
trag gegeben, ihm dafür zinstragende Werthpapiere anzukaufen,
welchen Auftrag K. auch für sein Haus angenommen habe. Es seien
hierauf auch die gedachten 600 Thlr. von K. mit Zustimmung des
Klägers auf das Conto des H. in den Büchern der Handlung K.
übertragen worden. Sieht man nun auch davon ab, ob und inwie-
weit den in der Einrede erwähnten Umständen, daß der Kläger
400 Thlr. von den 1000 Thlrn. bei K. erhoben, und daß er den
Rest bei demselben stehen gelassen, jedoch die Zinsen davon bis
1. April 1866 von K. gezahlt erhalten hat, einige Bedeutung in
Beziehung auf die Entscheidung der Frage beizumessen sei, ob der
Kläger seinen Willen, die Kaufgelderschuld des Beklagten als getilgt
anzusehen und die Handlung K. wegen der Forderung von 1000 Thlr.
nunmehr als alleinigen Schuldner anzunehmen, genügend zu erkennen
gegeben habe, was, wenigstens in den Gründen des vorigen Er-
kenntnisses verneint worden ist, so kann doch mit Grund nicht be-
zweifelt werden, daß dieser Wille in demjenigen, was sonst noch in
dieser Beziehung in der Einrede angeführt wird, genügend ausgedrückt
worden ist, und daß sich aus diesen Umständen überhaupt die Tilgung
der geklagten Forderung mit hinreichender Bestimmtheit ergibt. Denn
indem der Kläger, nachdem er bereits vorher 400 Thlr. erhoben, die
Handlung K. beauftragte, für die restirenden 600 Thlr. zinstragende
Werthpapiere für ihn anzukaufen, nahm er auch diese 600 Thlr.
offenbar als ihm gezahlt und ihm gehörig an, da deren Verwendung in
der angegebenen Weise und die Benutzung derselben als Kaufgeld
für die anzuschaffenden Werthpapiere gar nicht wohl anders als ein
Dispositionsact über das Geld aufgefaßt werden kann, zumal die
Handlung K. auf das Geschäft auch eingegangen ist und den Auftrag
des Klägers angenommen hat. Der Kläger verfügte sonach über die
600 Thlr. in einer Weise', daß ein erheblicher Zweifel darüber nicht
bestehen kann, er habe die von dem Beklagten an K. gegebenen
1000 Thlr. als Zahlung angenommen und den Beklagten dadurch
von seiner Kaufgelderschuld als befreit angesehen. Es soll ja auch
der Beklagte resp. V. für denselben dem Kläger ebensowohl wie dem
K. ausdrücklich mitgetheilt haben, daß die 1000 Thlr. Kaufgeld
bei K. deponirt seien und von diesem an den Kläger gezahlt werden

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