Full text: Volume (Bd. 13 (1868))

Bezirk des O.-A.-Gerichts Jena. Art. 300.

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nanten selbst liegen muß, wenn namentlich außerdem die Assignation
nicht wohl zu realisiren ist. Daß aber das Stehenlassen der 600 Thlr.
von irgend einer Erklärung oder mit sonstigen Umständen be-
gleitet gewesen sei, welche darauf hinwiesen, daß der Kläger die fr.
Summe creditweise bez. auf sein eigenes Risico der Firma K.
belassen wolle, davon enthält die Einredeschrift nicht die geringste
Andeutung. Ebensowenig ist darin dafür etwas zu finden, daß dem
Kläger eine Saumseligkeit in Bezug auf die Eincassirung der über-
wiesenen Summe zur Last falle, in Folge deren das Risico der Reali-
sirung auf ihn übergegangen sei. Daß ferner der Kläger vom Zah-
lungstermin an bis zum 1. April 1866 Zinsen von den rückständigen
600 Thlr. von der Firma K. in Empfang genommen hat, ändert an
der Sache nichts.
Zu 2. stellt sich das Verhältniß so dar, daß der Beklagte Gläu-
biger des Bankierhauses K. war, und dieses angewiesen wurde, an
den Kläger die stipulirten 1000 Thlr. zu zahlen. Unter diesen Um-
ständen muß man annehmen, daß Kläger nicht auf eine individuell
bestimmte Geldsumme, welche als ein ckepositum regulare bei
bei dem Bankierhause K. niedergelegt gewesen sei, Anweisung erhalten
habe, sondern daß das Bankierhaus K. dem Beklagten 1000 Thlr.
schuldete, und daß die dem Kläger gegebene Anweisung auf 1000 Thlr.
sich auf eine von dem Bankierhause K. in genere zu machende
Zahlung von 1000 Thlrn. habe beziehen sollen. Wenigstens ergeben
die Acten nichts für die Auffassung, daß das Bankierhaus K. die
angewiesenen 1000 Thlr. als ein äexositum reguläre geschuldet
habe. Lautete sonach die Anweisung auf eine in genere zu machende
Zahlung, so konnte, da eine solche Zahlung entweder direct, d. h. durch
Baarzahlung oder durch Surrogate, namentlich Staatspapiere, Bank-
noten, Wechsel erfolgen kann, der Kläger sehr lwohl auch mit dem
Bankierhause K. über die Art und Weise, den rnoäu8 der Zahlung,
eine Abrede treffen, ohne daß dadurch die Assignation selbst aufge-
hoben wurde. Bekanntlich erfolgt in der Handelswelt die Zahlung
sehr häufig nicht direct baar, sondern durch Surrogate, z. B. nament-
lich durch Wechsel. Wenn daher Jemand an ein Bankierhaus auf
eine Summe von 1000 Thlrn. angewiesen ist, und läßt sich von dem
Letzteren die Zahlung dieser Summe in Wechseln auf einen bestimm-
ten Platz versprechen, alsbald aber stellt das Bankierhaus seine Zah-

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