Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 13 (1868))

Großherzogthum Mecklenburg. Art. 93.117.

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wie auch streitlos ist, daß eben dieses Handlungshaus die Vorschüsse
empfangen hat, deren Rückzahlung durch das Pfandrecht sichergestellt
werden sollte. Die thatsächlichen Behauptungen der Parteien diffe-
riren nur darüber, ob H. Th., welcher unter Benutzung der Firma
W. H. B. u. Comp, die Pfandbestellung vornahm, derzeit Com-
pagnon oder nur Handlungsdiener des unter dieser Firma geführten
Handlungshauses war. Die Einrede der fehlenden Activlegitimation
ist indeß auch dann nicht begründet, wenn man von jener ersteren —
den Behauptungen des Beklagten entsprechenden — Voraussetzung aus-
geht , und weiter zum Nachtheil des Klägers annimmt, daß die ver-
pfändeten Schiffsantheile, vermöge des Compagniegeschäfts, sein und
H. Th.'s gemeinscheinschaftliches Eigenthum gewesen seien. Die
Schuld, für welche die Verpfändung stattgefunden hat, ist zwar dem
Gläubiger gegenüber eine solidarische, wie sich aus den gemein-
rechtlichen Grundsätzen über die Haftung des Compagnons für die
unter der Firma vollzogenen Handelsgeschäfte ergibt, vergl Thöl,
Handelsr, § 38z 1. 13. § 2; 1.14. D. de inst, act, 14. 4. — Allein
nach innen stellt sich diese Obligation als eine getheilte dar, indem
jeder der beiden Compagnons auf Grund des Societätsvertrages dem
anderen gegenüber die Verpflichtung hat, zur Deckung aus seinem
Vermögen nach der Größe seines Societätsantheils beizutragen.
Der das Ganze zahlende Compagnon erwirbt demnach einen mit der
actio pro socio geltend zu machenden Regreßanspruch gegen den
anderen Compagnon und muß in Berücksichtigung dieses Anspruches
unbedingt für befugt erachtet werden, von dem Pfandgläubiger nach
Zahlung der ganzen Schuld die Herausgabe der verpfändeten Ob-
jecte und der auf dieselben bezüglichen Urkunden zu verlangen. Die
Rea'üsirung dieses Verlangens noch erst von einer den Eigenthums-
antheil des Mitschuldners betreffenden Caution abhängig zu machen,
erscheint als ganz ungerechtfertigt, wenn man erwägt, daß, ohne die
dem Gläubiger gegenüber begründete und wesentlich nur zur Erleich-
terung der Rechtsverfolgung ebendesselben dienenden Solidarität der
Schuld, jeder der beiden Schuldner die ganze Summe, für welche die
gemeinschaftliche Sache verpfändet worden, nur gegen Cession der
Forderung an den anderen Mitschuldner und gegen Uebertragung
des von diesem bestellten Pfandrechtes zu zahlen verpflichtet sein
würde, vergl. 1. 2. 0. de fidejuss. 6, 4, wie es denn auch als ein

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