Full text: Volume (Bd. 13 (1868))

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Königreich Württemberg. Art 346.

Am 5. März v. I. erschien Theodor L. aus Berlin, Assocw des
Handlungshauses A. u. L. daselbst, bei dem Bekl., K. in E., und bot
demselben, unter Vorlegung seiner Preiscourante, englischen Gußstahl
zum Kaufe an. Der Beklagte behauptet, L., den er nicht gekannt,
habe sich für einen Engländer — einen Reisenden des HausesM. LS.
in Sheffield ausgegeben. Die Kläger bestreiten dieß, indem L. blos
gesagt habe, sein Haus habe den Vertrieb eines englischen Hauses,
es habe eine Niederlage des Hauses M. LS. in S. — Der Beklagte
gab dem 8. eine Bestellung in Gußstahl und in halbfertigen Feilen
auf, über deren Umfang kein Streit ist. Der Preis der bestellten
Maaren wurde nach übereinstimmender Aussage beider Parteien da-
hin bestimmt, daß Bekl. erklärte, wenn er gute Maare bekomme,
komme es ihm auf die Preise nicht an, er sehe einem billigen Preis-
ansatze entgegen, worunter beide Parteien den üblichen Marktpreis
verstanden haben wollen. Der Bekl. Unterzeichnete eine Bestellnote,
welche Kläger mitnahm und ließ einen anderen, übrigens nicht Unter-
zeichneten Bestellzettel in den Händen des Bekl. zurück, auf dem sich
im Eingänge die von L. geschriebenen Worte befinden: „W. M. LS.
Sheffield. Depositäre: A. L L., Berlin, Rotterdam." Nachdem die
bestellte Maare angekommen war, wurde sie vom Bekl. zugegebener-
maßen rechtzeitig — als nicht einmal mittlere, kaufmannsgute und
um ein Drittheil im Preise übersetzte Maare zur Disposition gestellt.
Der Klage auf Bezahlung des Kaufschillings setzt Bekl. in erster
Linie die Einrede der mangelnden Activlegitimation des Klägers zur
Sache entgegen, indem er nicht mit dem kl. Handlungshause, son-
dern mit M. L S. in Sheffield durch ihren Reisenden contrahirt
habe. In zweiter Linie wird den oben erwähnten Einwendungen
gegen Qualität und Preis der Maare die weitere beigefügt, daß die
Sendung der Kläger eine Musterkarte verschiedener Fabrikate sei
und nicht ein Stück aus der Fabrik von M. L S. sich darunter be-
finde, was ein wesentliches Moment der Bestellung gewesen sei und
vom Beklagten angesprochen werde.
Die Kläger bedienen sich zum Beweise ihrer Activlegitimation
zur Sache der Eideszuschiebung dahin, Bekl. solle schwören, daß er
nicht mit der klägerischen Firma, sondern mit Th. L. als Bevollmäch-
tigten von M. & S. in S. contrahirt habe. — Bekl. nimmt diesen
Eid im Erheblichkeitsfalle an. — Sodann wird klägerischer Seits

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