Full text: Volume (Bd. 10 (1867))

Aus dem kaufmännischen Erbrecht rc.

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alle ihm im Testamente ertheilten Befugnisse selbstständig
mit rechtlicher Wirksamkeit ausüben kann, und daß die
Erben ihn darin weder behindern, noch gar gänzlich ent-
fernen können.
Diese Merkmale genügen aber, um das Institut für den hier
vorliegenden Zweck verwendbar zu machen. Wenn sich der Testator
freilich mit dem bloßen Worte „Testaments-Executor" begnügt, wenn
er also nur so testirt:
„Ich will, daß mein Handelsgeschäft nach meinem Tode,
„so lange bis mein Sohn die Volljährigkeit erreicht hat,
„durch den N. N., welchen ich hiermit zum Testaments-Exe-
„cutor ernenne, fortgesetzt wird."
Oder:
„Ich will, daß mein Geschäft nach meinem Tode aufgelöst
„werde, und ernenne, behufs Ausführung meines letzten
„Willens, den N. N. zum Testaments-Executor."
so hat er einen Erisapfel zwischen Erben und Testaments-Executor
geworfen. Der Unfrieden wird nicht ausbleiben, denn bei Fort-
setzung oder Auflösung eines auch nur geringfügigen Handelsgeschäfts
werden alle jene Streitfragen (Legitimation zur Proceßführung,
Geldannahme, Veräußerung u. s. w.) sich praktisch geltend machen,
und in dem „Labyrinth von Zweifeln und Controversen" oft genug
eine dem wahren Willen des Testators nicht entsprechende Lösung
finden.
Indessen diese Differenzen können durch eine möglichst de-
tailirte Aufzählung der einzelnen, zur Fortsetzung oder Auf-
lösung des Geschäftes von dem Testaments-Executor vorzunehmenden
Handlungen (nach Art einer sogenannten General- oder Special-
Vollmacht) leicht vermieden werden. Ja unter Zu-Hülfenahme des
Handelsgesetzbuchs wird es nicht einmal dieser Ausführlichkeit
bedürfen. Wenn der Testator seiner oben erwähnten Disposition
im ersten Falle nur die Worte:
„Zu diesem Zwecke ertheile ich dem N. N. hiermit Pro-
„cura im Sinne und Umfange der Art. 41. 42Handels-
„gesetzbuch."
und im zweiten Falle die Worte:
Der N. N. soll zur Vornahme aller der nach Art. 137 bis

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