Full text: Volume (Bd. 10 (1867))

Nus dem kaufmännischen Erbrecht rc.

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Personen - Wechsel gar nicht eingetreten wäre. Ein von dem Erb-
lasser geführtes Handelsgeschäft würde also nur die Person
seines Inhabers ändern, während die thatsächliche und rechtliche
Mtur des Geschäfts, seiner Beständtheile und Zubehörungen, seiner
Activen und Passiven, durch den Tod des Inhabers nicht berührt
würde.
In der Regel gestaltet sich die Sache aber nicht so einfach. Der
Tod des Handlungs-Eigenthümers bleibt nicht ohne mannichfache,
seien es auch nur mittelbare und vorübergehende, Rückwirkungen auf
die Struetur des Geschäfts im Innern und seinen Fortbestand nach
außen. Hierbei wird natürlich ganz abgesehen von den höchst-
persönlichen Verhältnissen, welche in der kaufmännischen Ge-
wandtheit des Erblassers, in seinem Fleiß, seiner Arbeitskraft rc.
begründet sind, und welche ihrer Natur nach unübertragbar sind.
Neben diesen außerhalb des Rechtsgebiets liegenden Umständen
treten aber noch manche andere Veränderungen ein, die einer juristi-
schen Behandlung zugänglich und bedürftig sind. Sie werden
bedingt durch das Vorhandensein nicht eines Allein-Erben, sondern
mehrerer Miterben, durch die Minderjährigkeit des Erben,
durch testamentarische Dispositionen über Auflösung und
Fortsetzung des Geschäfts nach dem Tode des Inhabers, dadurch,
daß der Erblasser noch Th ei lh ab er am Geschäfte hat u. dergl. m.
Ueber einige dieser das kaufmännische Erbrecht betreffenden
Punkte hat das allgem. deutsche H.-G.-B. ausdrückliche Bestimmung
getroffen. Wo dieß nicht der Fall ist, sind die entstehenden Streit-
fragen unter gleichzeitiger Berücksichtigung der hier einschlagenden
Handels- und erbrechtlichen Vorschriften zu entscheiden. Die
nachstehenden Erörterungen mögen einen Beitrag hierzu liefern. Sie
sind überall durch praktische Fälle veranlaßt, die bei der Führung des
Handelsregisters, bei gerichtlicher Leitung der Vormundschaften, oder
bei Entscheidung handelsrechtlicher Processe die Thätigkeit des Ge-
richts in Anspruch genommen haben.

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