Full text: Volume (Bd. 10 (1867))

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Oesterreich. Art. 382.

auf eben diesen Nachnahmsbetrag von 431 Fl. aber von dem Bezirks-
gerichte Wollersdorf über Ansuchen des I. P. Greger das gericht-
liche Verbot bewilligt, und davon die Verwaltung der Nordbahnstation
Deutsch-Wagram mit der Weisung verständigt worden ist, von dem
mit Verbot belegten Nachnahmsbetrage bis auf weitere gerichtliche
Verfügung an Niemanden etwas auszufolgen.
Dieses Verbot wurde von I. P. Greger gegen Gerson Sichra
angesucht und auf die von der Verwaltung der Nordbahnstation
Deutsch-Wagram für Gerson Sichra anzuweisende Nachnahme von
431 Fl. bewilligt, während die Kläger Simon Erbes Söhne eben
diesen Betrag für sich in Anspruch nehmen und bestreiten, daß Gerson
Sichra aus denselben irgend ein Recht habe. Allein thatsächlich
ist der Betrag, dessen Auszahlung die Kläger von der galizischen
Karl-Ludwigsbahn fordern, mit gerichtlichem Verbot belegt,
die Auszahlung desselben untersagt, eine seither etwa erfolgte
Aufhebung dieses Verbotes von den Klägern nicht einmal behauptet,
geschweige denn erwiesen. Was die Frage betrifft, wer als for-
derungsberechtigt in Ansehung des mit Verbot belegten Nachnahms-
betrages anzusehen sei, so ist offenbar in dem gegenwärtigen Processe
über diese Frage nicht -zu entscheiden, da im Streite zwischen den
Klägern Simon Erbes Söhne und der beklagten galizischen Karl-
Ludwigsbahn nicht über Rechte einer dritten Person, nämlich des
Gerson Sichra abgesprochen, und das für I. P. Greger bestehende
Verbot nicht unwirksam und aufgehoben erklärt werden kann, was
aber geschehen würde, wenn über die vorliegende Klage die Kläger
Simon Erbes Söhne als die Forderungsberechtigten erklärt, und
die beklagte Karl-Ludwigsbahn zur Auszahlung der Nachnahme an
die Kläger verhalten werden wollte.
Die beklagte Bahngesellschaft hat daher einen gerechten
Grund, die Auszahlung der Nachnahme vor der Hand
zu verweigern; sie konnte weder die Verbotsbewilligung zurück-
legen, weil sie, abgesehen davon, daß für sie überhaupt keine Verbind-
lichkeit hierzu bestand, gar nicht wissen konnte, ob nicht Gerson Sichra
wirklich einen Anspruch auf die fragliche Nachnahme habe, noch kann
sie es auf sich nehmen, den Anspruch des einen oder des anderen
Theiles anzuerkennen, oder zu vertreten; sie kann aber auch über die
vorliegende Klage nicht verhalten werden, den Betrag an die Kläger

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