Full text: Volume (Bd. 10 (1867))

Die privarr. Stellung d. Erwerbs- u. Wirthschafts-Genossenschasten. 15
von dem Beitretenden sei, bei der auch für ihn verhältnißmäßig unter-
geordneten Bedeutung der Mitgliedschaft, gleichfalls nicht zu ver-
muthen, daß er für eine lange Zeit mit seinem ganzen Vermögen sich
habe binden wollen. Man fand die leichtere Verstattung zum Aus-
tritt entsprechend dem in der Definition ausgedrückten Princip der
nicht geschlossenen Mitgliederzahl (§ 1) und der freien Beweglichkeit,
welcher auch anderweitige Rechnung getragen wird. Unseres Erach-
tens sind diese Gründe allerdings einleuchtend; aber die Fassung des
Entwurfs ist unvollkommen. Das Verhältniß des unbeschränkten,
unausschließbaren freien Austrittsrechts zu. den zulässigen vertrags-
mäßigen Festsetzungen ist deutlicher ins Licht zu setzen. —
Das Kopftheilungsprincip ist beibehalten (§ 47 resp. 45).
Wir glauben nicht , daß dasselbe durch die Einfachheit der Theilungs-
art (Ber. S. 20) hinreichend gerechtfertigt wird *).
Neu ist § 46 (des Comm.-Entw.):
„Im Fall der Auflösung der Gesellschaft kann kein Mitglied
wegen des etwaigen geringeren Betrages der statuten-
mäßigen Einzahlung auf seinen Geschäftsantheil von ande-
ren Mitgliedern, welche aus ihre Antheile mehr eingezahlt
haben, im Wege des Rückgriffs in Anspruch genommen
werden."
Derselbe wird folgendermaßen motivirt (C.-B. S. 20): „Die
Statuten der Genossenschaften pflegen ziemlich gleichlautend wegen
der Geschäfts-Antheile zu bestimmen. Es wird eine Maximalsumme,
beispielsweise von 20, 50 oder 100 Rthlrn. festgesetzt, über welche
hinaus kein Mitglied mit^ Capitals.-Einzahlungen zugelassen, oder
mindestens nicht zum Dividendengenuß verstattet wird. Im Mini-
mum muß jedes Mitglied eine kleinere Summe, etwa beginnend mit
2 Rthlrn. sofort und außerdem monatliche Beiträge, etwa im Be-
trage von 5 Sgr. einzahlen. Am Ende des Geschäftsjahres wird
von dem Reingewinne aus jeden vollen Thaler die Dividende berech-
net. Ausgezahlt wird dieselbe nicht eher, bis das Mitglied den statu-
tarisch festgestellten Antheil voll eingezahlt hat; bis dahin wird ihm
die Dividende gut geschrieben, zum Geschäftsantheil zugerechnet und
ganz so wie eine Baareinzahlung behandelt. Jedem Mitgliede steht

*) Ebendas. S. 359.

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