Full text: Volume (Bd. 10 (1867))

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Abhandlungen.

Bei Roggen ist gedörrte Waare nicht lieferbar.
§ 16. Fehlen bei Termin-Geschäften nähere Bestimmungen, so gel-
ten folgende Minimalsätze:
a. jöei Weizen muß das Hundertliter mindesten 150 Zollpfund und
d. bei Roggen mindestens 140 Zollpfund wiegen.
§17. Entspricht das Naturgewicht des.gelieferten Weizens oder
Roggens nicht den vereinbarten oder den in § 16 für Termingeschäfte
bestimmten Bedingungen, so berechtigt den Käufer:
a. ein Mindergewicht bis zu 1 Pfund per 100 Liter zu einem
Abzug von l°/o des Kaufpreises;
d. ein Mindergewicht von mehr als 1 Pfund und bis 2 Pfund
per 100 Liter zu einem Abzug von 2°/0;
c. ein Mindergewicht von mehr als 2 Pfund per 100 Liter zur
Ablehnung der betreffenden Waare.
Diese Nachtheile kann der Verkäufer bei zutreffenden Bedingungen
der §§ 6 und 8 abwenden.
§ 18. Auf Gerste, Hafer und Oelfamen rc. finv die §§ .16 und 17
nicht anwendbar. Die Parteien haben daher durch ihre Verträge (Schlüffe)
die näheren Bedingungen für jedes einzelne Geschäft klar zu stellen.
§ 19. Die Ermittlung des Naturgewichts geschieht im Streitfälle
durch ein Schiedsgericht nach Art. 18 der Satzungen an dem Lieferungsort
vermittelst der hierzu bestimmten Vorrichtung. Eine von dem einen oder
anderen Kontrahenten verlangte Abschätzung der angewiesenen Partie ge-
schieht ebenfalls durch das Schiedsgericht.
§ 20. Getreide, welches im Schiff angezogen hat (klamm geworden
ist), kann bei sonst vertragsmäßiger Qualität nicht verweigert werden.
Vielmehr tritt dabei für Gewichtsverlust und Bearbeitungskosten eine
Vergütung ein, ivelche, in Ermangelung gütlicher Einigung darüber, durch
ein Schiedsgericht (nach Art. 18 der Satzungen) auf Kosten des Ablie-
ferers endgültig festgestellt wird.
§ 21. Das auf einem Kündigungszettel ausgestellte Quantum Ge-
treide kann nur im geschütteten Zustande und zwar höchstens an zwei ver-
schiedenen Lagerstellen (§ 12) angewiesen werden.
B. Del.
§ 22. Der Preis gilt per Zollcentner netto.
§ 23. Bei Termingeschäften erfolgt die Lieferung mit Eisenbandfaß
unter Abzug der Tara, für deren Richtigkeit der Lieferer 1 Monat vom
Tage der Kündigung an haftbar ist.
Die leeren Fässer sind dem Lieferer weder zurückzugeben noch zu
bezahlen.
§ 24. Oel, welches nicht klar und rein (unvermischt) ist, gilt nicht
für lieferbar.
Rüböl muß bei Termingeschäften mindestens 37 Grad nach der
Fischer'schen Oelwage halten.

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