Volltext: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 10 (1867))

Producten-Börse in Frankfurt am Main.

167

a) Für den Käufer (Empfänger)
(bei nicht geschehener Kündigung):
nach seiner Wahl, entweder am letzten Tage des Termins das betreffende
Quantum Waare durch einen NotirungsMäkler am Nachmittage nach
Schluß der Kündigungen (§ 13, Abs. c) bis 4 Uhr für Rechnung des
Nichterfüllenden ankaufen zu lassen und den sich ergebenden Unterschied
zwischen Contract- und Ankaufspreis nebst Spesen mit ihm zu verrechnen,
oder die Differenz zwischen dem Contractpreise und dem aus dem öffent-
lichen Börsencoursblatt sich ergebenden bezüglichen Durchschnittspreise
des betreffenden Tages zu fordern.
b) Für den Verkäufer (Lieferer):
falls innerhalb der nach § 5 festgesetzten Zeit mit dem Bezüge der über-
wiesenen unbeanstandeten Waare nicht begonnen ist, diese sofort durch
einen Notirungsmäkler an der Börse verkaufen zu lassen und die sich
dadurch ergebende Differenz dem Käufer (Empfänger) zu berechnen.
In beiden Fällen ist eine vorhergehende Androhung nicht erforder-
lich; von dem Geschehenen muß aber dem säumigen Contrahenten sofort
schriftliche Mittheilung gemacht werben.
Indeß ist jeder Contrahent berechtigt, den Verzug des anderen
Contrahenten auf dessen Kosten durch eine öffentliche Urkunde (notariellen
Protest) feststellen zu lassen.
tz 12. Ist über den Ort der Ablieferung von Getreide, Oelsamen
und Oel nichts vereinbart, so erfolgt die Empfangnahme auf Kosten des
Empfängers in hiesigem Stadtgebiet innerhalb der Accislinien, und zwar
a) nach der Clausel „frei im Jnlande" nach Wahl des Verkäufers
auf einem Speicher, Lagerraum oder am Mainufer, sei es auf dem
Werfte oder im Schiff.
b) Für ausländische, nicht im freien Verkehr verkaufte Waare im
Zollhof oder an dem vom Haupt-Steuer-Amt zugelafsenen Ort.
Für Getreide sind die Bahnhöfe als Lieferungsplätze ausgeschlossen,
wenn sie nicht eine den oben erwähnten Ablieferungsplätzen entsprechende
Einrichtung besitzen. —

§ 13.
Von den Kündigungen und Abwickelungen.
a) Die Kündigung einer Waare darf nur an der Börse, in dem vom
Börsenvorstand dazu bestimmten Raum, mittelst vorgeschriebener
Küudigungszettel geschehen.
b) Getreide auf Termine nach § 5 kann nur in Partieen von je
250 Sack resp. 500 Centner, Oel auf Termine nach § 5 nur in
Partieen von je 100 Centner gekündigt werden.

Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer