Full text: Volume (Bd. 10 (1867))

Producten-Börse in Frankfurt am Main.

163

§ III. Die Mäkler sind verpflichtet, bei jedem einzelnen Schluffe
außer dem Quantum, dem Preise, der Lieferzeit und dem Lieferungsorte
auch möglichst bestimmt die Qualität der verhandelten Waare anzugeben
und sich dazu auf ihren Schlußzetteln und bei den damit übereinstimmen-
den Einträgen in ihr ordnungsmäßig zu führendes Tagebuch (Schlußbuch)
solcher Bezeichnungen zu bedienen, welche über die wirkliche Güte der
Waare (Reinheit, inneren Gehalt) keine Zweifel zulasten, damit bei etwa
später.entstehenden Streitigkeiten das Schiedsgericht eine klare und feste
Grundlage vor sich habe.
§ IV. Abschlüsse für weniger als:
50 Sack effectiv (sofort lieferbar) oder 250 Sack auf Termin bei Ge-
treide, und
50 Centner effectiv (sofort lieferbar) oder 100 Cent, auf Termin bei
Oel, sind für die Notiz im Coursblatt nicht maßgebend.
§ V. Der Mäkler hat unparteiisch und nach bestem Gewissen die
Interessen beider Parteien gleichmäßig zu vertreten. Hat er ein persön-
liches Interesse oder will er als Selbstcontrahent auftreten, so darf er
dieß der Gegenpartei nicht verschweigen, sondern muß es ihr vor dem
endgültigen Abschluß mittheilen.
§ YI. Der Mäkler muß unverzüglich nach erfolgtem Abschlüsse
sowohl dem Käufer als dem Verkäufer einen Schlußzettel zustellen, für
dessen Richtigkeit der Mäkler verantwortlich bleibt. Einwendungen gegen
den Inhalt dieses Schlußzettels sind nur sofort nach dessen Empfang
.zulässig.
§ YII. Als Courtage darf der Mäkler höchstens
2 Kr. per Sack von 200 Pfund Getreide oder Oelsamen,
34/2 Kr. per Centner Oel,

'/« */. d°s W«.h°s bei j K-°°!am°n,^rann.w°in. Spri. und
fordern; diese Courtage kann er für jedes durch seine Vermittlung abge-
schlossene Geschäft — unbeschadet anderweitiger Vereinbarung — von
jedem der beiden Contrahenten ganz beanspruchen.
§ VIII. Jeder Mäkler hat sich, nachdem ihm die laut § I. dieser
Ordnung erforderliche Einwilligung des Börsen-Vorstandes ertheilt wor-
den ist, zur gewissenhaften Befolgung aller hier vorstehenden Bestimmun-
gen schriftlich zu verpflichten, ehe er in Function tritt. Verletzt er seine
allgemeinen in dem Handelsgesetzbuche nebst dem hiesigen Gesetze vom
9. December 1864 enthaltenen oder die in dieser Ordnung besonders
festgesetzten Verpflichtungen, so kann er seiner Stelle entsetzt und ihm der
Börsenbesuch untersagt werden. (Art. 6 der Satzungen.)

ii*

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer