Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 10 (1867))

Excnrse zu einigen Theilen deS Seerechts.

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die Werthsdifferenz gezahlt hat, regelmäßig an den Ablader, als
dessen Vertreter, halten darf.
Zu Art. 636 sprach sich die Conferenz — Prot., S. 2289 —
dahin aus, daß es in dem gegebenen Falle nicht minder selbstver-
ständlich sei, daß der Schiffer, des Zusatzes —■ „Inhalt unbekannt" —
ungeachtet, für den dolus hafte, und daß als ein solcher in der Regel
eine Abladung unter eine Jnhaltangabe erscheinen müsse, die nach
dem äußeren Zustand der Colli's falsch und trüglich sich darstelle. —
Hierbei verweise ich auf ein im Archiv, VII. Bd., S. 293 flg. mit-
getheiltes Erkenntniß des Obertribunals zu Berlin vom 19. Septbr.
1865. Der Schiffer hatte in dem Connossement erklärt, eine Ladung
von 77 Kisten Tafelglas „gut und wohlbehalten" empfangen zu
haben, dabei aber nach dem gewohnten Schlendrian bemerkt: „Inhalt
unbekannt." Das war nun allerdings Unsinn, der den Schiffer nicht
befreien konnte.
Zu Art. 657. Auch gegen Differenzen, welche durch das Um-
messen und Umladen entstehen, schützt den Schiffer die Clausel
„Zahl rc. unbekannt," wenn ein Zuzählen rc. wirklich nicht statt-
gefunden hat — Prot., S. 2215. — Uebrigens nahm es die Confe-
renz — Prot., S. 4008 — für gleichgültig an, ob es heiße „Zahl,
Maß und Gewicht unbekannt," oder nur „Zahl unbekannt," oder
„Gewicht unbekannt," oder „Maß unbekannt."
Zu Art. 659 bemerkte die Conferenz — Prot., S. 4013 —
erläuternd, weil es selbstverständlich, daß die Clauseln: „frei von
Bruch" rc. sich ausschließlich auf die Verpflichtungen e recepto be-
zögen , bevor das Recht der Anwendung derselben bestimmt werden
könne, untersucht werden müsse, in welchen Fällen der Schiffer über-
haupt das Befugniß habe, bei der Abladung, wegen der besonderen
Beschaffenheit der Güter, gegen die strengen Pflichten e recepto
durch eine einseitige Erklärung mit Erfolg sich zu verwahren. Hier
müsse der Frachtvertrag das Anhalten geben. — Unter den am
Schluffe des Artikels angedeuteten „Personen" verstand die Conferenz
— Prot., S 2289 — diejenigen, für welche ihm, abgesehen von den
Grundsätzen über das receptum, die Vertretung obliege/ daher z. B.
die Steuer, der Stellvertreter, die Mannschaft u. dergl. — daß
durch den Artikel nicht der Schiffer, sondern vorläufig der Verfrachter
von der Haftung befreit sei, wurde, ob es schon dem Worte nach

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