Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 10 (1867))

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Abhandlungen.

Marienwerder mitgetheilten nud besprochenen Erkenntnisse über das
Verhalten des Schiffers bei ausbleibender Ordre über den Löschungs-
hafen, besonders dann, wenn im Connossement mehrere Löschungs-
plätze alternativ bezeichnet sind. — Zu 5 und 6 bemerke ich nur für
den Laien, daß „Abladungshafen" derjenige Hafen ist, in welchem
die Befrachtung des Schiffes bewerkstelligt wird, daher eigentlich
Ladungs- oder Aufladungshafen — Art. 561 u.562 — „Löschungs-
hafen" aber der, in denen das Schiff entladen wird. — Zu Nr. 7
vergl. man Art. 651 flg. — Zu Nr. 10 beziehe ich mich auf die
Bemerkung zu Art. 644.
In Ansehung des am Schlüsse des Art. 647 gedachten Indosse-
ments verweise ich auf die im Archive, II. Bd., S. 192 flg. mit-
getheilten beiden Erkenntnisse des Stadtgerichts zu Berlin v. 27. Aug.
und des dasigen Kammergerichts vom 9. Septbr. 1863, in welchen
ausgesprochen wurde, daß Connossemente so gut wie Wechsel cedirt
wie indossirt werden könnten, da das Indossament nur eine erleich-
ternde, nicht die ausschließliche Form der Uebertragung der im
Art. 301 u. 302 gedachten Ordrepapiere sei. Nach Treitschke,
a. a. O., S. 134 war das auch früher schon Rechtens, nur daß man
bei einer Cession dieses oder das entsprechende deutsche Wort „Abtre-
tung" ausdrücklich gebrauchen mußte, wogegen beim Indossament die
Stellung „an Ordre" genügte.
Zu Art. 648 nahm die Conferenz — Prot., S. 2236 — an,
daß, wenn „die mehrern legitimirten Connossementsinhaber" darüber
einig sein, daß der Schiffer Einem aus ihrer Mitte die Güter über-
gebe oder sie bei einem Dritten niederlege, der Schiffer dem Nach-
kommen müsse; sowie daß diese Dispositionspsticht sich auch auf den,
bei erfolgter Meldung eines weiteren Connossementsinhabers noch
nicht ansgelieferten Theil der Ladung beziehe; und daß der früheren
Meldung eines solchen, selbst wenn diese eine Erklärung des Schiffers,
daß er die Güter ausliefern werde, erlangt haben sollte, an und für
sich und ohne die wirkliche Auslieferung kein Vorzug vor der spätern
eingeräumt werden könne.
Bei Art. 649 sprach sich die Conferenz — Prot., S. 4020 —
dahin aus, daß, insoweit die wirkliche Uebergabe der Güter, nach
Maßgabe des betreffenden bürgerlichen Rechts, nur dann Rechte
verleihe, wenn der Erwerber sich in gutem Glauben befinde, dieß

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