Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 10 (1867))

Excurse zu einigen Theilen des Seerechts.

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läßt sich seit dem 17. Jahrhundert Nachweisen. Das Connossement,
das von dem Schiffer dem Verlader über die ihm anvertrauten
Frachtgüter ausgestellte Bekenntniß, ist eins der wichtigsten Schiffs-
papiere. Von ihm handeln das preuß. Landrecht, Thl. 2, 8. Tit.,
§ 1668—1676, der Code de commerce, 1. II, tit. VII, art.281—
285, das niederländische Handelsgesetzbuch, Art. 398 flg., das spani-
sche Handelsgesetzbuch, Art. 799 flg., das portugiesische Handels-
gesetzbuch, Art. 1553 flg. Man sieht aus diesen kurzen Andeutungen,
wie verbreitet und wie unerläßlich der Gebrauch dieses Papieres ist,
von dem unter andern Wilda, a. a. O., S. 31; Pöhl, Handels-
recht, 1. Thl., S. 181; 3. Thl., S. 447 flg.; Tr eit sch ke, Kauf-
contract, tz 59, S. 133 flg. handeln. Vor dem Handelsgesetzbuche
stellte der Schiffer in der Regel 4 Exemplare: für sich, für den
Empfänger, für den Rheder und für das Schiff aus; die beiden
letztern Unterzeichnete der Befrachter mit. Von dem erstern konnte der
Schiffer so viel Exemplare machen, als er wollte. — Das Connosse-
ment repräsente stets die Waare, weshalb seine Uebertragung der Ueber-
gabe der Waare gleich ist — Preuß. Landr., Thl. 1, Tit. 20, § 367 —
und konnte von ihm, wie auch jetzt, — Art. 302 — indossirt werden.
Vergl. hierbei oben zu Art. 615. — Nach der Erklärung der Con-
serenz — Prot., S. 2196 — ist der Schiffer dem Ablader die Con-
nossemente zu zeichnen verbunden, wenn Letzterer nicht selbst der
Befrachter ist, und der Frachtvertrag nicht mit ihm, sondern mit
einem geeigneten Verfrachter eingegangen worden ist.
Die im Art. 645 verzeichnten Requisiten eines Connossements
sind fast ohne Ausnahme die schon vor dem H.-G.-B. üblich und
resp. gesetzlich gewesenen. — Wilda, a. a. O.; Treitschke, a. a.O.;
Preuß. Landrecht, a. a. O. — Zu Nr. 1 bemerkte die Conferenz
— Prot., S. 2202, — daß es mindestens keine Nullität nach sich
ziehe, wenn nur derMamen und nicht auch der Wohnort des Schif-
fers angegeben sei. Letztern verlangt auch das französische Gesetzbuch
a. a. O., § 281 nicht; dagegen fordert dasselbe „1e nom etle domi-
cil du capitain,“ sowie bei der Bezeichnung des Schiffers „le
tonnage du navire.“ Die bei Nr. 2 verlangte „Nationalität" ist
etwas Neues, und wurde erst in der Conferenz — Prot., S. 2210 —
angenommen. Bei Nr. 6 verweise ich auf die im Archive, VI. Bd.,
S. 433 flg. vom Herrn Appellationsgerichtsrathe Roloff zu
Archiv für deutsches Handelsrecht. Bd. X. 8

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