Full text: Volume (Bd. 10 (1867))

Ercurse zu einigen Theilen des Seerechts.

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kosten, eine Abgabe, welche deren Namen erklärt, und die am meisten
bei Küstenfahrern vorkommt rc.
Eine „Reise in Ballast," deren Art. 623 erwähnt, ist eine solche,
für deren Antritt dem Schiffer noch gar keine Ladung zugesagt wor-
den, er aber dieselbe dennoch in Hoffnung lohnender Rückfracht, oder
wegen stattfindender Personen-Beförderung, antritt, und des sicheren
und schneller» Ganges halber den untersten Schiffsraum mit Ballast
beschweret. — Wegen der durch Verzögerung der Reise entstehenden
Schäden und Nachtheile enthält das preußische Landrecht — Thl. 2,
Tit. 5, § 1692 —1706 — eben so eingehende als übersichtliche Be-
stimmungen, nach welchen, bei vorliegender Schuld des Schiffers,
derselbe den Befrachtern verhaftet ist, diese auch, auf dessen Kosten,
die Ladung loosen (ausladen) und auf ein anderes Schiff bringen
können. Tragen dagegen die Befrachter die Schuld der Verzögerung,
so müssen diese dem Schiffer die Fracht und die Versäumnißkosten
gewähren und den schuldlosen Mitbefrachtern gerecht werden. Hat
eine obrigkeitliche Behörde, ohne jegliche Schuld, das Schiff ange-
halten, so findet keinerseits eine Entschädigung statt; es können jedoch
die Befrachter ihre außerdem verderbenden Maaren auf ihre Kosten
loosen, und müssen dem Schiffer die bis dahin zu repartirende Fracht
entrichten. Besondere Vorschriften finden sich daselbst — § 1698
bis 1706 — auch für den Fall einer Schadhaftigkeit des Schiffes.
— Wegen der im 1. Abs. unsers Artikels erwähnten „Anzeige"
sprach sich die Conferenz — Prot., S. 2346 — dahin aus, daß,
falls sich Schiffer und Befrachter nicht an einem und demselben
Orte befinden, die Anzeige an den Correspondenten-Rheder — Art.
459 flg. — gemacht, oder, in Ermangelung eines solchen, Protest
über die Unausführbarkeit der Anzeigeerstattung erhoben werden.
Ob das in Art. 624 gedachte Pfandrecht schon im römischen
Rechte begründet sei, darüber hat man sich früher viel gestritten.
Mehrere tüchtige Rechtslehrer sprachen den Frachtführer ein solches
ab und höchstens ein Retentionsrecht zu — Archiv, 6. Bd., S.
400 flg. — Das Handelsgesetzbuch nimmt sich der Frachtführer und
Schiffer im Art. 409 und 624 an, indem es das Pfandrecht consta-
tirt. Ob dasselbe eine und welche Priorität im Concurse gibt, das
ist der Particulargesetzgebung überlassen — Prot., S. 2356. —
Wenn nach Art. 636 unter 1 das Schiff vor Antritt der Reise

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