Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 4 (1864))

der Auflösung eines Societätsverhältnisses wegen der von einem rc. 81

der Zeit vom 15. Juli bis 22. Aug. 1860 für die gemeinschaftliche
Handlung eingegangenen und von ihm in Empfang genommenen
neun Geldsendungen im Belaufe von zusammen 212 Thlr. 5 Ngr.
und 266 fl. 49 Xx. nicht zur Gesellschaftscasse abgeliefert, vielmehr
solche in seinen Nutzen verwendet, die betreffenden Begleitbriefe aber
stillschweigend an sich behalten und solche ihm, Klägern, welchem die
Buchführung und Correspondenz allein obgelegen, erst am zuletzt
gedachten Tage behändigen lassen; nicht minder habe
II. Beklagter in gleicher Weise in der Zeit vom 14. Oct. 1860
bis 29. Januar 1861 sechszehn für die Handlung eingegangenen und
von ihm angenommenen, mit zusammen 269 Thlr. 13 Ngr. 5 Pf.
und 61 fl. 48 Xx. beschwert gewesene Stück Geldbriefe stillschweigend
an sich behalten und die bemerkten Geldsummen ebenfalls in seinen
Nutzen verwendet.
Dieser Anführungen war Beklagter im Wesentlichen geständig,
berufte sich aber excipiendo auf das Recht erlaubter Selbsthülse,
indem er anführte, daß auch der Kläger seinen vertragsmäßigen Ver-
pflichtungen zuwider gehandelt, insbesondere ihm, Beklagten, durch
längere Vorenthaltung aller Geldentnahmen aus der Gesellschafts-
casse von jedwedem Genüsse der Vortheile des gemeinschaftlichen
Geschäftsbetriebes ausgeschlossen, auch für seine Person höhere Geld-
beträge, als ihm vertragsmäßig zugestanden, aus der Gesellschafts-
casse entnommen habe; demnächst behauptete Beklagter, daß er die
an ihn gelangten Geldsendungen „allemal" in das lausende Journal
eingetragen, die betreffenden Absender dafür entlastet, sich selbst aber
damit auf seinem Conto belastet habe.
Das von dem k. Bezirksgerichte zu Leipzig abgefaßte, am
7. März 1862 publicirte Erkenntniß war condemnatorischen Inhalts,
denn es lautete dahin:
„Daß der zwischen dem Kläger und dem Beklagten zu gemein-
schaftlicher Betreibung einer Lupuspapier-Fabrik bestehende Societäts-
contract für aufgelöst zu achten, demnach Beklagter aller Verfügung
über dieses Geschäft, insbesondere der Zeichnung der gemeinschaft-
lichen Firma hinführo sich zu enthalten, weiter dem Kläger die dem-
selben durch die in den beigefügten Rationen unter I. und II. ge-
dachte Handlungsweise verursachten erweislichen Schäden zu ersetzen,
Archiv für deutsches Handelsrecht. Bd. IV. 6

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