Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 4 (1864))

58 Zur Erläuterung der die offene Gesellschaft betreffenden
Endlich sagt noch v. Hahn: „Sobald seitens eines Gesellschaf-
ters eine Gesellschaftsschuld bezahlt ist, sobald ist die Klage begründet,
da aber jeder Gesellschafter riskirt, daß er wegen aller Gesellschafts-
passiven allein belangt werde, so kann er aus diesen Grund hin von
den übrigen bis zur Höhe ihrer Verpflichtung zum Ersätze der von
ihm verwendeten Gelder Sicherheitsbestellung verlangen (1.281). pro
socio).''
Ueber eine solche Verpflichtung zu einer Caution bestimmt indeß
das H.-G.-B. nichts, diese Frage wird also in Gemäßheit des Art. 1
nach den verschiedenen Landesgesetzen zu beurtheilen sein. So bestimmt
z. B. § 449, I. 5 des preuß. a. L.-R., daß nur dann ein Mitver-
pflichteter Sicherheit zu bestellen hat, wenn sein künftiges Unver-
mögen, Ersatz zu leisten, wahrscheinlich gemacht wird.
Zu Art. 143,
welcher lautet:
Wenn ein Gesellschafter Sachen in die Gesellschaft einge-
bracht hat, welche Eigenthum derselben geworden sind, so
fallen dieselben bei der Auseinandersetzung nicht an ihn zu-
rück, sondern er erhält den Werth aus dem Gesellschafts-
vermögen erstattet, für welchen sie gemäß Uebereinkunst
übernommen wurden.
Fehlt es an dieser Werthbestimmung, so geschieht die Er-
stattung nach dem Werthe, welchen die Sachen zur Zeit der
Einbringung hatten,
bemerkt v. Hahn: daß für den Werth der eingebrachten Sachen re-
gelmäßig die Tape in dem nach der Einbringung aufgenommenen
Inventar maßgebend sei, wenn eine besondere Uebereinkunst über
den Werth nicht stattgefunden hat.
Dieß ist aber nur dann richtig, wenn das Inventarium dem
Art. 30 entsprechend von dem einbringenden Gesellschafter unter-
zeichnet, somit von ihm der in Ansatz gebrachte Werth genehmigt
worden ist. Nur in diesem Falle kann man annehmen, daß eine Ueber-
einkunft über den Werth getroffen ist.
Zum Schluß sagt v. Hahn: Bei Widerspruch des Inventars
und des Conto des Gesellschafters geht letzteres natürlich vor. Gründe
für diesen Satz sind nicht angeführt. Indeß kann das Conto, das in

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer