Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 4 (1864))

37. Zu Art. 361 und 362 des Handelsgesetzbuchs

XXXIV.
Zu Art. 361 n. 362 des Handelsgesetzbuchs.
Von demselben.

Der Mäkler T. zu Oberursel hatte dem Handelsmann Emil D.
in Frankfurt a. M. ein Mehllager in Commission gegeben. D. ver-
kaufte die Mehle, nahm das Geld ein und rechnete dann mit T. ab.
Einer der Kunden D.'s blieb im Rückstände und ein Wechsel, der dem-
nächst fällig war und welchen T., dem er behändigt worden, weiter
indossirt hatte, konnte voraussichtlich nicht bezahlt werden. T. be-
auftragte deßhalb den D., jenem Kunden behufs Einlösung seines
Accepts einen den Wechselbetrag noch lange nicht erreichenden
Vorschuß zu leisten, worauf D. jedoch weiter ging und selbst den
Wechsel einlöste. Später gerieth der fragliche Kunde vollends
in Concurs, und nun wollte T. den Verlust nicht tragen, einmal
weil D., wie schon die hohe Provision, die derselbe beziehe, ergebe ihm
äel ereckere zu stehen habe, dann weil er jedenfalls nicht mit
der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes gehandelt, indem er an
einen so insolventen Käufer, wie der Bäcker F. sei verkauft habe, und
weil er endlich, was den früher fällig gewesenen Wechsel betreffe,
seinen Auftrag überschritten habe.
Aus dem Urtheile des Stadtgerichts in Frankfurt ist Folgendes
hervorzuheben:
1. Auch wenn T. dem Beklagten D. nur in solch beschränkter
Weise, nämlich lediglich dem Acceptanten F. behufs Einlösung des
Wechsels einen Vorschuß zu leisten, Auftrag ertheilt haben sollte, so
müsse T. dennoch die von D. geschehene Einlösung des Wechsels
seinem vollen Betrage nach anerkennen, da er nicht zu bestreiten ver-
mochte, einmal daß der Wechsel aus ihn girirt und von ihm weiter

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