Full text: Volume (Bd. 4 (1864))

454 Rechtzeitige Anzeige des Käufers an den Verkäufer in Betreff rc.
so kann das nachherige Erbieten der Klägerin zur Zurücknahme keines-
wegs so aufgefaßt werden, als ob darin eine Redhibition, eine Auf-
lösung des Kaufvertrags dem Beklagten proponirt worden, welche
Proposition durch das thatsächliche Eingehen des Beklagten auf die-
selbe zum Abschluß gekommen sei und demzufolge weitergehende An-
sprüche des Beklagten ausschließen müsse. Denn mit der Zurück-
nahme der Waare ist an sich die Verpflichtung zur Lieferung vertrags-
mäßiger Waare keineswegs beseitigt und konnte Klägerin nach Em-
pfang der um dieselbe Zeit geschriebenen Briefe des Beklagten auch
gar nicht in Zweifel darüber sein, daß Beklagter sein Recht auf an-
derweite Lieferung keineswegs aufgegeben habe. Wenn Klägerin be-
hauptet, daß Beklagter vor Anstellung der Widerklage nochmals eine
Aufforderung zur Lieferung an sie hätte richten müssen, wenn er seiner
Ansprüche auf Schadenersatz nicht hätte verlustig gehen wollen (Art. 356
des H.-G.-B.), so bedarf diese in jeder Beziehung unbegründete Be-
hauptung gar keiner besonderen Widerlegung.
8. Wenn Klägerin behaupten will, daß Beklagter auf andere
Bestellungen, die er gemacht, deßhalb als verzichtet habend anzu-
sehen sei, weil er in seiner späteren Correspondenz derselben nicht wei-
ter erwähnt habe, so ist diese Behauptung viel zu wenig circumstantiirt,
um zum Beweise verstellt werden zu können, da in keiner Weise ange-
geben ist, inwiefern in der späteren Correspondenz eine nothwendige
Veranlassung für den Beklagten gegeben war, auf die fragliche Be-
stellung von Neuem zurückzukommen, so daß aus seinem Schweigen
mit Sicherheit auf einen Verzicht von seiner Seite hätte geschlossen
werden können.

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