Full text: Volume (Bd. 4 (1864))

Zur Lehre vom Frachtgeschäfte.

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Betreff des Zwischenfrachtführers, mit welchem der Natur der Ver-
hältnisse nach kaum eine andere Art des Abschlusses, als durch Ueber-
gabe und Uebernahme des Gutes und Frachtbriefes, verkommen werde.
In der 583. Sitzung wurden endlich die Worte des Artikels
„tritt rc." dahin erläutert, daß der nachfolgende Frachtführer dem
Absender und nicht etwa blos dem vorhergehenden Frachtführer gegen-
über sich verpflichte, und daß es so anzusehen sei, als wenn er den
Contract ursprünglich geschlossen habe.
Die Frage über die Substitution eines Mandatars ist im röm.
Rechte — 1. 8, § 3 D. mandati (17. 1) — wie im gemeinen Rechte
hinlänglich beantwortet. In letzterer Beziehung will ich nur die
Worte Sintenis a. a. O., § 113, 2. Bd., S. 577 ansühren, da sie
Ikurz und genau den einschlagenden Rechtspunkt bezeichnen: „dem
Mandatar (ein Mandat aber liegt unstreitbar dem Frachtverträge unter)
ist ausdrücklich gestattet, den Auftrag auf Andere zu übertragen, ohne
daß er für etwas Weiteres einzuflehen braucht, als daß er bei der
Wahl seines Stellvertreters mit der erforderlichen Sorgfalt zu Werke
gegangen, und übrigens nur das zu gewähren hat, was er von ihm
selbst, mit dem er nun in ein Mandatsverhältniß tritt, erlangen kann.
Nur dann, wenn die Substitution eines Anderen ausdrücklich ver-
beten, oder nach der Natur und Beschaffenheit der Leistung anzu-
nehmen ist, daß der Mandant gewollt, der Mandator solle sie in
Person verrichten, haftet der Mandatar für den Substituten und jeden
demMandanten dadurch enstandenen Nachtheil." — Dieselben Grund-
sätze habe ich bei meiner Abhandlung vom Speditionsvertrage —
Archiv, 3. Bd., S. 13 sg. — entwickelt. Sie werden im Wesent-
lichen auch hier gelten. Dort habe ich mich auch auf ein in meinen
„Rechtsätzen," N. F., 11. Bd, S. 150 flg. abgedrucktes Präjudiz
bezogen, daß auf dieselben Ansichten gegründet und daher auch hier
von Bedeutung ist. — Uebrigens beruhen die Vorschriften in Art.
380 und 384 auf gleichem Grunde.
Ganz auf demselben Grunde beruhet
Art. 402.
Das Mandat des Absenders besteht einmal so lange, als dieser
es nicht widerrufen hat; denn die Worte „dum adfane integra
res sit“ in § 3 J. de mandato (3. 26) beschränke« den Widerruf

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