Full text: Volume (Bd. 4 (1864))

nach der Reihenfolge d. Artikel d. H.-G.-B. geordnet. (Königr. Preußen.) 325
den Gesellschafter bilden streng genommen nicht mehr die alte, son-
dern eine andere Gesellschaft. Bei der Actiengesellschaft ist nach
dem oben bereits Bemerkten es juristisch nicht möglich, daß ein Ge-
sellschafter als solcher von den übrigen sich trennt, weil ihre Persön-
lichkeiten nicht in Betracht kommen, der Begriff der Gesellschaft viel-
mehr in dem der Genossenschaft der juristischen Person aufgeht. Der
einzelne Actionär hat aber auch nicht das Recht, seinen Quoten-
antheil, seine Actie, aus der Gesellschaft, dem Gesellschaftsvermögen
zurückzuziehen (vgl. Art. 216 H.-G.-B.), weil über dieselbe, so-
weit sie das Gesellschastsvermögen bilden hilft, nur die Gesellschaft
selbst durch ihre Organe verfügt. Sofern die Actie zum Privatver-
mögen des Actionärs gehört, mag er sie, soweit Statuten nicht ent-
gegenstehen, einem Andern übertragen, was durchgängig zu gestat-
ten sein wird, weil, wie bemerkt, bei den Actiengesellschaften die Per-
sönlichkeit des Actionärs zurücktritt; aber der Gesellschaft gegenüber,
d. h. soweit der Actienvertrag in dem Gesellschaftsvermögen einge-
schlossen liegt, und als solches zu den Gesellschaftszwecken Mitwirken
soll, hat er darüber als Einzelner keine Disposition. Er kann des-
halb auch, sofern er den Betrag der Actie noch nicht ganz eingezahlt
haben sollte, die rückständigen Zahlungen nicht zurückhalten, denn in
Ansehung dieser ist er Schuldner der Gesellschaft. § 16 des
preuß. Gesetzes über die Actiengesellschaften vom 9. November 1843
(vgl. Art. 220 H.-G.-B.). Es liegt auch außer seiner Macht, auf
eine Auflösung der Gesellschaft, sowohl einer theilweisen, als
völligen anzutragen, und zwar aus demselben Grunde. Dieses ist
auch ausdrücklich in § 28 des allegirten Gesetzes *) verordnet. Das
in dem allegirten § 192, Tit. 17, Th. I a. L.-R. dem offenen Gesell-
schafter gestattete Ausscheiden ist, wie schon bemerkt, in Beziehung auf
den Ausscheidenden eine Auflösung des Gesellschaftsverhältnisses, eine
theilweise Theilung. Dazu ist nach dem allegirten § 28 des Gesetzes
vom 9. November 1843 der einzelne Actionär nicht befugt. Die
Auflösung der Actiengesellschaft kann nur in den im § 28 vorgesehe-

*) § 28 lautet: Durch den Tod einzelner Mitglieder wird die Gesellschaft
nicht aufgelöst, auch können einzelne Mitglieder nicht auf Theilung antragen.
Dagegen hört die Gesellschaft auf: (hier folgen die in Art. 242 H.-G.-B. über-
gegangenen Auflösungsgründe).

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