Full text: Volume (Bd. 4 (1864))

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Zur Erläuterung der die offene Gesellschaft betreffenden

als für Rechnung der Gesellschaft geschlossen angesehen werden; auch
kann die Gesellschaft statt dessen den Ersatz des entstandenen Schadens
fordern; alles dieß unbeschadet des Rechts, die Auflösung des Gesell-
schaftsvertrages in den geeigneten Fällen herbeizuführen.
Hierzu bemerkt v. Hahn im §. 1 seines Commentars: „Die
nächste Folge der Zuwiderhandlung gegen die Vorschrift des Art. 96
ist das Recht des Verletzten auf Schadensersatz. Wer ist aber der Ver-
letzte? Derjenige Gesellschafter, welcher nicht eingewilligt hat.
Der Artikel spricht, um die Frage nach der formellen Geltend-
machung des Artikels, welche sich allerdings nicht mit einem Worte
beantworten läßt, nicht zu entscheiden, von dem Verlangen der Ge-
sellschaft, von der Forderung der Gesellschaft. Dieser Aus-
druck ist hier völlig unbestimmt."
Es erscheint aber bedenklich, so ohne Weiteres mit v. H a h n an-
zunehmen, daß hier der Ausdruck „Gesellschaft" völlig unbestimmt,
und man befugt sei, eine solche Jncorrectheit des Ausdrucks anzu-
nehmen, daß man an Stelle des Wortes „Gesellschaft" das Wort
„Gesellschafter" setzen darf, das doch einen ganz anderen Sinn gibt.
Aber auch v. Hahn's Beantwortung der Frage: Wer ist der
Verletzte? erscheint nicht sachgemäß. Es folgt keineswegs daraus,
daß im Art. 96 die Genehmigung der anderen, also der einzelnen Ge-
sellschafter verlangt wird, daß auch den einzelnen widersprechenden
Gesellschaftern die Wahrung der beeinträchtigten Interessen der Ge-
sellschaft übertragen wird. Wenn auch Art. 96 den einzelnen Gesell-
schaftern das Recht des Widerspruchs gibt, so sind sie zu demselben
doch nur durch ihre gesellschaftlichen Rechte befugt. Ihr beson-
deres P r i v a t interesse darf dabei nicht maßgebend sein. Da aber
nur das gesellschaftliche Interesse zu wahren ist, so ist es ganz
sachgemäß, wenn Art. 97 die Wahrnng der gesellschaftlichen, durch
das Geschäft eines Gesellschafters nach Art. 96 verletzten Interessen
nicht in die Hände einzelner Gesellschafter legt, sondern diese Wah-
rung den eigentlichen Geschäftsführern der Gesellschaft überläßt.
Im Art. 97 sind nun drei verschiedene Folgen der Verletzung
des Art. 96 hervorgehoben:
1) Der dem Art. 96 Zuwiderhandelnde Gesellschafter muß sich
auf Verlangen der Gesellschaft gefallen lassen, daß die für seine
Rechnung gemachten Geschäfte als für Rechnung der Gesellschaft ge-

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