Volltext: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 4 (1864))

18. Zu Art. 362. 368. 369 des H.-G.-B.

XIV.
Zu Art. 362. 368. 369 des H.-G.-B.

Benjamin M. in Coblenz sandte an die Handlung H. H. & Co.
in Frankfurt fünf Ballen Baumwolle und ließ dieser Sendung am
5. August folgendes Schreiben folgen:
Unterm 20. Juli sandte ich Ihnen im Auftrag der Gebr. H.
in Ruppertshofen 5 Ballen Baumwolle, womit Sie nach
dem Willen genannter Freunde verfahren wollen. Der Be-
trag der Wolle ist jedoch an mich zu vergüten und ersuche
ich Sie mir denselben einzusenden.
H. H. & Co. läugneten zwar, überhaupt einen solchen Brief er-
halten zu haben, behaupteten vielmehr, daß sie zwar anfangs von
Gebr. H. den Auftrag gehabt, den Erlös der Baumwolle an Benj.
M. zu senden, daß jedoch, ehe dieß geschehen sei, Erstere durch Brief
vom 29. Sept. diesen Auftrag zurückgenommen und sie beordert hätten,
statt dessen den Betrag an ihrem Guthaben (nämlich von H. H. & Co.)
an Gebr. Hecht in Abzug zu bringen, wozu diese nach dem eigenen Briese
des Benj. M. auch vollkommen befugt erschienen. Benj. M. trat nun
klagend gegen H. H. & Co. auf, behauptete, daß diese seinen Brief
vom 5. August erhalten hätten und in Folge der angenommenen Ver-
kaufscommission schuldig seien, den erzielten Erlös an ihn zu verab-
folgen.
Das Stadtgericht in Frankfurt erkannte: daß Kläger (Benj. M.)
mit dem Beisatze, daß Beklagte nach dem Willen von Gebr. H. mit
der Wolle zu verfahren habe, unverkennbar kundgegeben, daß nicht er,
sondern die Gebr. H. die domini negotii seien, deren Dispositionen
Beklagte zu gewärtigen und zu befolgen habe. Mit dieser aus der
eigenen Erklärung Klägers sich ergebenden Qualification der Gebr. H.

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