Full text: Volume (Bd. 1 (1863))

552 Fortlaufende Zusammenstellung handelsrechtlicher Entscheidungen
seiten der Beklagten deren Rechte, wie solche aus den von ihnen über-
nommenen Einkaufscommissionen allein abzuleiten wären, wesentlich
zu beschränken geeignet, daß insbesondere dann zur Rechtfertigung der
einseitigen Veräußerung der Papiere ein Mehreres erforderlich sein
würde, als das bloße Berufen auf die Aufforderung zur Beschaffung
von Deckung. Allein es muß mindestens als zweifelhaft bezeichnet
werden, daß die in der Klage referirte angebliche Aeußerung der Be-
klagten in der That die Creditirung des Kaufpreises der Papiere
und zwar auf ungemeffene Zeit involvire. Die Worte „unter allen
Umständen, es komme wie es wolle," verbunden mit der Zusicherung
des „ruhig liegen bleiben Könnens" lassen sich eben so leicht, wenn
nicht leichter dahin deuten, daß Beklagte dem Kläger gegenüber sich
zur dauernden Aufbewahrung und der daraus für sie entsprin-
genden Haftverbindlichkeit, unberücksichtigt aller äußeren Verhältnisse
und Vorgänge, haben verpflichten wollen. Ab^r auch abgesehen hier-
von, selbst angenommen, es habe die in der Klage erwähnte Aeuße-
rung ein Creditgeben zum Gegenstände gehabt, ist doch durchaus nicht
erkennbar, in welchem Umfange dieser Credit gewährt worden sei.
Aus der Klage geht hervor, daß die jetzt geforderten Papiere zu ver-
schiedenen Zeiten erkauft und so in die Hände der Beklagten gelangt
sind, allerdings insgesammt vor dem Mai 1859. Die fragliche
Aeußerung aber soll ebenfalls früher, d. h. vor dem Mai 1859, von
den Beklagten gethan worden sein. Sie würde an sich nur auf
die Papiere zu beziehen sein, welche damals gerade bereits in den
Händen der Beklagten sich befanden; welche aber waren dies? Mög-
lich auch, daß die Erklärung der Beklagten zu einer Zeit erfolgt ist,
wo diese noch keine Papiere für den Kläger besaßen, sondern nur
deren Empfangnahme in Aussicht stand. Welche Tragweite würde
dann der beregten Auslassung beizulegen sein? Es sind dies Fragen,
deren Beantwortung durch ein Erkenntniß nicht anders erfolgen kann,
als wenn durch specielle Bezugnahme auf die einschlagenden That-
sachen die Entscheidung von dem vagen Gebiete der Möglichkeiten auf
den festen Boden concreter Verhältnisse übergeführt ist. Was Kläger
in der Replik ausführt, hätte in der Klage geltend gemacht werden
sollen, denn es handelt sich hier um ein connepe Epception.
Bezüglich der eventuellen Verurtheilung der Beklagten erscheint
das Petitum insofern, als die Vergütung der Differenz zwischen dem

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