Full text: Volume (Bd. 1 (1863))

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Wer ist Kaufmann? Welche Handwerker sind Kaufleute?

Handwerker!) beziehen könnten, deren Geschäfte nur mit Rücksicht aus
ihren Gewerbsbetrieb als Handelsgeschäfte angesehen werden könnten
(Prot. S. 523. 524). — Bei der Feststellung des Begriffes „Kauf-
mann" war man sodann wieder einig;
„daß der gewöhnliche Handwerker davon auszuschließen
sei" (Prot. S. 525. 529).
Es wurden zu dem Zwecke folgende Zusätze beantragt:
1) „Der Handwerker und Krämer ist nur dann als Kaufmann
anzusehen, wenn zu seinem Geschäftsbetriebe in Bezug auf Ein-
richtung, Umfang rc. gleiche oder ähnliche Kenntnisse, Be-
triebsformen und Mittel wie zu denjenigen des Fabrikanten
und Kaufmanns im engeren Sinne, erfordert werden" (Prot.
S. 528).
2) Wer gewerbsmäßig im Großen bewegliche Sachen kaust u. s. w.
(Prot. S. 529).
3) Handwerker sind als Kaufleute nicht anzusehen (Prot. S.529).
4) Wer in einem über den Betrieb des Handwerks hin-
ausgehenden Umfange bewegliche Sachen kauft u. s. w.
(Prot. S. 530).
Alle diese Zusätze wurden abgelehnt; Zus. 2 insbesondere deshalb,
weil der Zweck, das Handwerk auszuschließen, dadurch nicht er-
reicht werde; denn danach sei ja z. B. noch der Bäcker ein Kauf-
mann, der, wenn auch nur aus einem kleinen geographischen Bezirke,
doch im Großen die zu verbackenden Feldfrüchte einkaufe und bei
dem ohne Zweifel die Arbeit den Hauptfactor der Wertherzeugung
bilde (Prot. S. 529. 530). Ueberhaupt fand man das unterschei-
dende Merkmal des gewöhnlichen Handwerkers, welcher vom
Begriffe des Kaufmanns auszuschließen sei, besonders darin,
„daß bei seinem Gewerbsbetriebe die Handarbeit den vor-
herrschenden Factor der Wertherzeugung bilde (Prot. S. 514)."
Die Ablehnung dieser vier Zusätze geschah also nur deshalb, weil man
damals für die allerseits beabsichtigte Ausschließung des gewöhnlichen
Handwerkers keine sachgemäße, allgemein'gültige Formel
finden konnte, oder eine solche überhaupt nicht für nöthig hielt, indem
die Schlußbestimmung dieses Art. 2 :
„Die Landesgesetze können bestimmen,-daß einzelne
„Claffen dieser Gewerbtreibenden als Kaufleute nicht anzusehen,"

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