Full text: Volume (Bd. 1 (1863))

besonders in volkswirthschaftlicher Hinsicht.

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Pöhl's a. a.O. §101 bemerkt), daß im Allgemeinen für den Geld-
handel dieselben Grundsätze, wie beim Handel mit anderen Gegen-
ständen eintreten müssen. Aber (wie auch dieser Schriftsteller aner-
kennt) die Natur des Geldes führt doch zu abweichenden Sätzen, und
die bestrittene Lehre vom Gelde harrt vergeblich (bis auf sporadische
Bestimmungen wie Art. 336) der handelsgesetzlichen Feststellung,
wiewohl sie in der engsten Verbindung mit der Erfüllung der Han-
delsgeschäfte steht. — Von nicht geringerer Wichtigkeit für den Han-
del sind die Börsen, über welche das H.-G.-B. keine Vorschriften
enthält, obwohl es an mehreren Stellen den Börsenpreisen entschei-
dende Bedeutung beilegt (Art. 311. 343. 376.). Das preußische
Einf.-Gesetz ergänzt diese Lücke (in Art. 3). Aehnliche Umrisse ent-
hält auch der Cocte de commerce (Art. 71—73). Es ist nicht ab-
zusehen und wird auch durch Einsicht der Materialien nicht aufgeklärt,
warum die Aufnahme solcher Bestimmungen über die vorausgesetzten
Börsen in das H.-G.-B. nicht erfolgt ist. — Bereits von competenter
Seite ferner (Kuntze a. a. O.) ist es mit Recht getadelt, daß das H.-
G.-B. in Ausdehnung seiner Genossenschaftsformen nicht weit genug
gegangen ist, daß namentlich auch seine am Ersten einer Erweiterung
ihres Herrschaftsgebiets fähigen Vorschriften von der Actiengesell-
schaft (Art. 207 ff.) eine Handelsgesellschaft voraussetzen (Art. 5.).
Die Rückwirkung zeigt sich bereits darin, daß nunmehr die Landesgesetz-
gebung diese Erweiterung zu vollziehen strebt. In Preußen ist man
gegenwärtig daraus aus, besonders für die rasch emporblühenden in-
dustriellen Genossenschaften (Vorschuß-, Rohstoff-, Consumvereine)
die Grundsätze des H.-G.-B. anwendbar zu machen. Dem Ver-
nehmen nach liegen den Verwaltungsbehörden diesfallsige Anregungen
zur Begutachtung vor. Sicher hätten sich auch auf diesem Gebiet
die erforderlichen Grundzüge nicht allzuschwer feststellen lassen. —
Eine sehr beachtenswerthe Lücke sodann ist es, worauf Mittermaier
(im Arch. f. d. civ. Praxis, Bd. 46, S. 1 ff.) neuerdings hingewiesen
hat. Während dem Frachtgeschäft der Eisenbahnen ein besonderer
Abschnitt (IV, 5, 2.) gewidmet ist, schweigt das H.-G.-B. gänzlich
über den Telegraphen-Verkehr, womit sich die deutsche Rechtswissen-
schaft in neuerer Zeit eingehend beschäftigt hat (s. die Arbeiten von
Busch, Mittermaier, Reyscher, Fuchs, Stubenrauch — meistens im
cit. Arch.). Keineswegs können wir mit der Mehrheit der Handels-

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