Volltext: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 1 (1863))

Zur Lehre von der Solidarität der Gesellschafter.

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Ausgabe des Corpus civilis 1585 zu 1. 22 D. de fidejuss. et m and.
(46. 1) die Personen- Einheit der Societät annimmt — sogenannte
„Carpzov'sche Meinung" führt man von Aelteren, namentlich Berger,
Lehser und Wernher an, allein
Berger, 1. c.,
erwähnt nur des Römischen Rechtssatzes, bemerkt dazu blos „Dissen-
tit Carpzov" uitb belegt, daß Letzterem die Sächsischen Sprnchbe-
hörden folgten, selbst durch ein Urthel vom Jahre 1710.
Leyser,1. c.,
vertheidiget zwar principiell das Römische Recht, giebt aber dabei
selbst zu, daß er im Jahre 1710 nach der „Carpzov'schen Meinung"
erkannt habe, und beruft sich für seine widerstrebende Ueberzeugung
auf Berger, von dem er sagt: „contrariam sententiam de jure
sibi veriorem videri," obschon Berger sich gar nicht darüber aus-
gesprochen hat.
Wernher, 1. c.,
welcher des Sächsischen Gebrauchs ebenfalls gedenkt und dafür ein
Erkenntniß aus dem Jahre 1714 anführt, spricht sich über die
Frage: ob Gesellschaftern Dritten gegenüber die Wohlthat der Thei-
lung zustehe? blos dahin aus „Equidem affirmativa sententia
principiis juris (natürlich des damals noch sehr beliebten Römischen
Rechts) magis consentanea videtur."
Das sind so die älteren Geschütze, welche man gegen die „Carp-
zov'sche Meinung" aufführt. Man stehet, daß dieselben gerade nicht
widerlegen, und wo sie es thun wollen, eben wieder Römisches Geschütz
auffahren, also Idem per Idem beweisen wollen.
Ja man hat auch den Gerichtsbrauch selbst zu bestreiten gesucht,
indem man sich auf
Wernher, 1. c. p. IV, obs. 16
beruft, welcher ein Erkenntniß aus dem Jahre 1713 giebt, welches
allerdings die abweichende Meinung aufstellt. Allein abgesehen, daß
dasselbe eben nur auf das Römische Recht basirt ist; so wird, da „eine
Schwalbe keinen Sommer macht," dadurch der Gerichtsbrauch um-
soweniger abgeschwächt, als ihn in neuerer Zeit als noch bestehend
anführen
Kind, 1. c.,
Curtius a. a. O.,

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