Full text: Volume (Bd. 1 (1863))

Zur Lehre von der Solidarität der Gesellschafter.

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Mehrere gemeinschaftlich ein Schiff aus („Plures per se navem
exerceant“), so, bemerkt Utpian 1.4 pr. D. de exercit. act. (14.1),
konnten dieselben, welche in dieser Beziehung unverkannte socii waren,
„pro portionibus exercitionis“ belangt werden, § 1 aber „si plures
exerceant navem, unum autem de numero suo magistrum fe-
cerint, hujus nomine in solidum poterunt conveniri.“ —
„Aequum Aedilibus visum est,“ heißt es 1. 44 § 1 D. de
aedil. act. (21. 1) „ut in, unum ex his (venaliciariis) aedilitias
actiones competere, ne cogeatur emtor, cum multis litigare,
quamvis actio ex emto singulis pro portione, qua socii fuerint“.
Der Gesellschafter kann von seinen Genossen das, was er für
den gemeinschaftlichen Zweck erborgt und bezahlt hat, fordern— 1.12.
C. si cert. pet. (4.2) „Si in rem communem cum Jone mutuam
sumsisti pecuniam, nec re nec solennitate verborum te obli-
gasti in solidum, et si eam post solvisti integram, de restituenda
tibi parte contra Jonem experiri, ut debitum possens judice
cognoscente potes.“
L. 60 D. de reg. inr. (50. 13) „Semper qui non prohibet,
pro se intervenire, mandare creditur, sed et si quis ratum
habuerit, quod gestum est, obstringitur mandati actione,“ und
ebenso heißt es im 1. 12 § 4 D. de solut. et liberat. (46. 3) „Sed
etsi non vero procuratori solvam, ratum autem habeat dominus .
quod solutum est, liberatio contingit; rati enim habitio mandato
comparatur.“
Aus diesen und zahlreichen andern, theils direct, theils indirect,
und oft nur analog einschlagenden Stellen des Römischen Rechts er-
geben sich nun folgende Rechtsprincipien der Römischen Juristen.
1) Eine „offene" Gesellschaft — ganz abgesehen von dem heu-
tigen Firmenwesen — und selbst nur die öffentliche Bekanntmachung
einer zu irgend einem gemeinschaftlichen lucrativen Zweck zusammen-
getretenen Gesellschaft verlangt das Römische Recht nicht. Folglich
genügte es, wenn der Gesellschafter oder der Institor bei Verhandlungen
mit Dritten die Gesellschaft, für welche das Geschäft eben entrirt
werden sollte, als' solche nannte und bezeichnete. Daß derselbe sich
diesen gegenüber irgendwie zu legitimiren hatte, versteht sich von selbst;
besondere Formen dafür finden sich aber nirgends vorgeschrieben.
2) Hatte Jemand mit sämmtlichen Theilhabern einer Gesellschaft

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