Full text: Volume (Bd. 1 (1863))

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Rechte aus dem Gesellschaftsvertrage.

wollen, dafür spricht schon die Bestimmung des Art. 107, welcher die
jährliche Aufstellung einer Bilanz gebietet, eine Aufstellung, die selbst
verständlich nur von den geschäftsführenden Gesellschaftern ausgehen
kann; hiefür spricht auch der Art. 270, denn wenn schon bei der Ver-
einigung zu einem einzelnen Geschäfte der Theilnehmer, welcher das-
selbe führte, den übrigen Theilnehmern unter Mittheilung der Belege
Rechnung stellen muß, um wie viel mehr muß diese Pflicht dem Ge-
sellschafter gegenüber seinen Mitgesellschaftern obliegen, die er in einer
Reihe von gemeinsamen Geschäften vertreten hat.
Die Bilanz und Vorlage der Bücher wird nun allerdings in der
Regel zur Rechnungsstellung genügen; allein wie bei den Berathungen
über das allg. d. H.-G. ausdrücklich constatirt wurde (vergl. die oben
angeführte Stelle der Protocolle), ist damals angenommen worden,
„daß durch Aufstellung einer Bilanz und durch die Buchführung die
gemeinschaftlich feststehende Pflicht der Rechnungslegung der Gesell-
schafter nicht unbedingt erledigt, sondern daß es Sache des richter-
lichen Ermessens sei, zu entscheiden, ob in einem besonderen Falle die
Bilanz und Buchführung die Stelle der Rechnungslegung vertreten
könnten."
Hiernach wird auch die Klage des einen Gesellschafters auf
Rechnungsstellung gegen den andern geschäftsführenden Gesellschafter
nicht zurückgewiesen werden können.

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