Full text: Volume (Bd. 7 (1866))

Nachtrag zu der vorhergehenden Nummer.

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bedarf es bezüglich der Apotheker ebensowenig, als bezüglich aller
andern Abnehmer der Kaufleute.
Ich habe unter I. ausgeführt, daß Speculation und Concurrenz
bei dem Apotheker nicht Vorkommen.
Die Behörde sorgt dafür, daß Apotheken nur da existiren, wo
durch die Zahl der sie in größerer oder entfernterer Nähe umgeben-
den Einwohner ein hinreichender Absatz gesichert ist. Die Waaren-
vorräthe kann der Apotheker nicht in größeren Quantitäten anschaffen,
weil er die Maaren immer frisch haben muß. Es kann daher
selbst im Bezüge der Rohstoffe eine Ueberspeculation
nicht Vorkommen.
Es ist auch dafür gesorgt, daß ein Apotheker, wenn er unver-
möglichen Personen Arzneimittel verabreicht, oder böswilligen Schuld-
nern gegenüber hinreichenden Schutz hat.
Für Arme tritt, wie bereits im Hauptvortrage erwähnt ist, die
Gemeinde zu 9/10 der Forderung ein.
Nach L.-R. S. 2101, 2218 a. genießen die Forderungen der
Apotheker, wenn die Arzneien in der letzten Krankheit des Schuldners
geliefert werden, in der 3. Stelle, und andere aber unverjährte For-
derungen in 7. Stelle der I. Ordnung Vorzugsrecht.
Es haben die Apotheker ferner bestimmte Vorschriften (§ 50.
51. 52), wie sie die Recepte bewahren, die Taxen darauf notiren
und zu Buch tragen sollen. Sie haben ein Ausgabe-, ein Vorraths-
und ein Giftbuch zu führen (§ 68). — Da sie „aus die ganze Ord-
nung, also namentlich auch auf die ordentliche Führung ihrer Bücher
verpflichtet sind, und sie solche als Staatsdiener führen, so kann
ihnen nicht, wie bei andern Handelsleuten geschieht, eine besondere
eidliche Bestärkung zugemuthet werden, vielmehr steht denselben,
wenn sie vollständig, deutlich und ordentlich geführt erfunden werden,
der volle öffentliche Glaube zu — weswegen auf erfolgte
Klage und vorgelegte beglaubigte Auszüge daraus mit der Hilfs-
vollstrecknng ebenso nnaufgehalten, als über liquide und abgeurtheilte
Sachen vorgefahren werden soll." (§ 68.)
Nach Art. 29 des Einführnngsgesetzes zu d. a. H.-G.-B. liefern
dagegen auch ordentlich geführte Handelsbücher gegen Nichthandels-
leute niemals vollen Beweis, gegen Kaufleute nach Art. 34 H.-G.-B.
in der Regel unvollständigen Beweis.
Archiv für deutsches Handelsrecht. Bd. VII. 2

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