Full text: Volume (Bd. 7 (1866))

Nachtrag zu der vorhergehenden Nummer.

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eines Andern in die Arbeit vollenden." Wir finden hier eine Hand-
arbeit unter Anwendung der wissenschaftlichen Regeln!
Es ist ihm ferner verboten, „selbst Recepte zu verschreiben,
oder Arzneien für fremden Gebrauch aus eigenen Heilrath hin aus-
zugeben."
So treffen hier alle Bedingungen der Ausübung des Hand-
werkes und der Einhaltung seiner Grenzen zusammen. Er kauft ein
wie der Handwerker, wie der Künstler, wo er den Rohstoff am wohl-
feilsten bekommt. Er verfertigt durch Handarbeit nur Eiuzelerzeug-
nisse; er verkauft sie nur auf Weisung des Arztes, oder auf Begehren
seiner Kunden (auf Bestellen) zur Befriedigung des Bedürfnisses
einzelner bestimmter Personen.
Indem er dieses thut, überschreitet er die Grenzen seines Be-
rufes nicht: denn nicht durch die Zahl der Einzelarbeiten, — die noch
dazu jede für sich von sehr geringem Werthe sind — sondern durch
Art derselben (Handwerk — Fabrikation) oder die Bestimmung der-
selben, ob für den Besteller oder für noch aufzusuchende Abnehmer
(Handwerk — Handel) wird der Umfang des Handwerkes über-
schritten.
Nimmt man diese Auffassung des Gewerbes der Apotheker an,
so ist schon dieser Grund entscheidend dafür, daß er nicht als Kauf-
mann betrachtet werden kann.
2) Der Apotheker als solcher fabricirt nicht. Es ist schon
angeführt, daß er nicht „aus eigenen Heilrath hin" Arzneien bereiten
und abgeben darf; schon daraus folgt, daß er nicht gleichartige Werth-
erzeugnisse in größeren Mengen fertigen kann (ß 44). Es ist ihm
vielmehr befohlen, die Arzneistofse zu bereiten (§47) „genau nach
der Vorschrift des Arztes und den Regeln der Kunst," und zwar nach
der Zeitordnung, wo die Recepte überbracht werden: nur dann darf
eine Ausnahme gemacht werden, wenn ein Recept mit „in Eile! cito"
versehen, oder solche für auswärtige Kranke gebracht werden, „alles
bei schwerer Verantwortung!" Es bedarf keiner Nachweisung, daß
diese Vorschrift jede Fabrikation ausschließt, was schon ohne diese
Vorschrift auch aus der Natur der Sache folgt.
Wenn die Apotheker neben ihrem eigentlichen Berufe mit Be-
reitung von Ehemicalien sich beschäftigen, dann sind sie natürlich in
dieser Beziehung Kaufleute, wie wenn sie neben dem Berufe einen

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