Full text: Volume (Bd. 7 (1866))

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Literarische Umschau.

begriffs in Wahrheit bedarf, tritt seine eigenthümliche Richtung wieder
zu Tage. Er hält es für einen Rest der kanonistisch-präventiven Theorie,
daß nur der wirkliche Werth versichert werden darf. „Was Noth
thut", sagt er (S. 826) „ist auch hier ein Fixgeschäft." Wir ver-
kennen nicht, daß Vers, damit, namentlich was Feuerversicherungen an-
langt, ein Bedürfniß des Verkehrs trifft. Ob aber darum jenes Princip
aufzugeben und nicht vielleicht anderweit durch Umkehrung der Beweis-
last zu helfen wäre, steht dahin. Die wichtige Frage wegen Sicherung
der Hypothekengläubiger bei Untergang der Sache,*) von welcher
jetzt auch Malß anerkennt, daß die gebotenen Formen äußerst mangel-
haft sind,**) ist nur obenhin angestreift (S. 834. 835). —
So nehmen wir denn Abschied von einer hochwichtigen Erscheinung
auf dem Gebiete des Handelsrechts, welche voraussichtlich noch manchen,
vielleicht enthusiastischen Beifall, aber auch noch manchen lebhaften
Widerspruch erfahren wird. Neigte sich bei unserer Besprechung die
Wagschaale mehr nach der Seite des Widerspruchs, so gestehen wir doch
zum Schlüsse gern, daß uns selten ein Hand- oder Lehrbuch ein solches
Interesse eingeflößt hat, als das vorliegende, und "daß dasselbe u. E. in
hohem Grade Verbreitung, Studium und Kritik verdient. —

*) Centralorgan für den deutsch. Handelsstaud, II, Nr. 45. 47; III, Nr. 1.13.15.
— Centralorgan für H.-R., N. F., Bd. I, S. 297. 601.
**) Zeitschrift für H.-R., Bd. 8, S. 389.
Berlin, im Januar 1866.
R. Koch, Stadtrichter.

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