Full text: Volume (Bd. 7 (1866))

Königreich Sachsen.

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und sowohl aus diesem Vorbehalt, als aus dem Inhalte der am
28. und 29. März 1864 mit dem Directorium der beklagten Eisen-
bahn gepflogenen Verhandlungen, vorzugsweise aber aus dem Inhalte
des oben erwähnten Schreibens vom 18. März 1864 das Befugniß,
seinerseits auf Ausführung des Kaufgeschäfts zu bestehen, hergeleitet,
während das beklagte Directorium unter ausdrücklichem Ableugnen
des behaupteten Vorbehaltes der Ansicht Geltung zu verschaffen
suchte, es sei der von ihm, dem Directorium, erklärte Rücktritt von
dem Geschäfte sowohl von vornherein rechtmäßig erfolgt, als auch
durch die späteren Vorgänge keineswegs außer Kraft gesetzt zu be-
trachten.
Das Handelsgericht zu Leipzig ging nun in dem am 20. Juli'
1864 publicirten Bescheide bei der Beurtheilung des vorliegenden
thatsächlichen Materials von folgenden Erwägungen aus:
1.
Der Gegenstand und Umfang des abgeschlossenen Kaufes lasse
sich zwar mit Rücksicht darauf, daß das Ausgebot der Beklagten aus
• circa 6000 Ctr.
gerichtet gewesen, die beklagten Directoren auch nach Blt. — der
Uebersendung des speciellen auf 6087 Ctr. 71 Pfd. lautenden Ver-
zeichnisses Blt. — die ausdrückliche Bemerkung beigefügt,
wie sie eine Garantie für dessen Genauigkeit ablehnen
müßten, da seit Erlaß der dießsallsigen Ausschreibung ein-
zelne Zu- und Abgänge stattgefunden hätten,
zur Zeit nicht bestimmt quantiflciren, dieß hindere jedoch die Er-
theilung einer sententia oerta um so weniger, als davon ausge-
gangen werden müsse, daß die Beklagten an den Inhalt der dem
Kläger unter dem 7. Januar 1864 übersendeten Specification, die
augenscheinlich zur näheren Normirnng der Kaufsobjecte bestimmt
gewesen, schlechterdings gebunden seien, soweit nicht zu der Zeit,
wo sie die mehrgedachte briefliche Erklärung abgegeben, dergleichen
Ab- und Zugänge, wie deren der Brief gedenke, in Wirklichkeit statt-
gesunden gehabt, somit sei diejenige Quantität einzelner Gegenstände
als verkauft anzusehen, welche zu dem gedachten Zeitpunkte in natura
vorhanden gewesen, als worüber begreiflicher Weise Beklagte allein
Auskunft zu ertheilen im Stande seien, welche Auskunft zu geben

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