Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

66 Königreich Bayern. Art. 360, 380, 381. 387, 412, 627.
sich auch aus Art. 371, welcher zufolge der Hinweisung in Art. 381
und Art. 387 auch hierher in Betracht zu ziehen ist.
Der Kläger beruft sich nun darauf, daß die Erhebung der
Nachnahme beim Adressaten im vorwürfigen Falle unmöglich ge-
wesen sei, weil der Capitän des Frachtschiffes die Maare in New-
hork unbedingt habe löschen und den Zollbehörden übergeben müssen,
diese aber bei Aushändigung der Maare lediglich aus den Besitz
des Connossements und nicht auf etwaige Forderungen des Fracht-
führers Rücksicht nehmen, und so auch der Adressat in den Besitz
der Maare gekommen sei, ohne die Nachnahme zu decken. Es
findet aber Art. 627 des a. d. H.-G.-B. nicht wohl dann An-
wendung, wenn die Einhebung der Fracht und Unkosten gegen Ab-
lieferung der Ladung unmöglich war (vgl. Koch's Commentar zu
diesem Art., Note 98), und das so erhaltene Rückgriffsrecht des
Verfrachters gegen den Befrachter müßte seine Wirkung auch gegen
den Auftraggeber des Letzteren äußern.
Allein nach den vom Kläger vorgeführten Behelfen ist es von
vornherein zweifelhaft, ob nach den zu Newyork geltenden gesetz-
lichen Bestimmungen der Capitän eines Schisses verbunden ist,
alle an Bord befindlichen Maaren sofort zur Löschung zu decla-
riren, und ob sich nicht vielmehr die Verpflichtung zur Ablagerung
der von den Adressaten nicht reclamirten Maaren im Zollhause
nur auf diejenigen Maaren erstreckt, welche declarirt werden, so
daß es der Capitän in der Hand gehabt hätte, die Nachnahme
dadurch zu sichern, daß er eine Löschungsdeclaration bezüglich der
belasteten Maaren bis zur Sicherstellung für die Nachnahme nicht
abgab, um wenn der Adressat diese nicht bewirkte, die Maaren
wieder mit zurückzunehmen.
Nimmt man aber auch an, dieselben hätten unbedingt aus-
geladen werden müssen, und es könne dem Capitän, beziehungs-
weise dem Agenten des Frachtschiffes nicht zugemuthet werden, den
Zoll auszulegen oder eine gerichtliche Beschlagnahme zu erwirken
und auf diese Weise eine Sicherung der Nachnahme herbeiznfüh-
ren, was dahin gestellt bleiben kann, so ist doch Appellant jeden-
falls darin im Jrrthum, daß er bei einem etwaigen regelmäßigen
Verfahren des Capitäns auch sich selbst von jeder Verantwortlich-
keit befreit erachtet. Denn immer bleibt es der Besitz des Con-

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