Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 25 (1872))

616 Entscheidungen des R.-O.-H.-G. in Handels- u. Wechselsachen.
des der Beklagten in dieser Richtung vom Obergericht nachge-
lassenen Beweises bedurfte nach Maaßgabe der nunmehrigen Auf-
fassung des Hauptstreitpunktes einer Aenderung, wobei der bezüg-
lichen zweiten Eventualbeschwerde der Beklagten, wie aus der
jetzigen Fassung des Beweissatzes erhellet, einigermaßen Folge
gegeben werden konnte.
Bei dem zweiten Obergerichts-Beweissatze hatte es dagegen
sein Verbleiben zu behalten.
Durch die nunmehrige Entscheidung der Sache wird die
Principalbeschwerde des Klägers verworfen, der eventuellen Be-
schwerde desselben wird im Wesentlichen abgeholfen. Den beklag-
tischen Beschwerden wird dagegen mit Ausnahme der schon berühr-
ten zweiten Eventualbeschwerde keine Statt gegeben. Bei diesem
Ergebnisse mußte eine durchgängige Compensation der Kosten der
gegenwärtigen Instanz eintreten.
Urkundlich re. ■ M.

Zu Art. 741.
Hamburger Verordn, vom 1. Mai 1863, betr. Maß-
regeln zur Vemeidung von Schiffscollisionen.
In dem durch dieselben Thatsachen, welche in dem Erkennt-
nisse v. 3. Mai 1871 zu Art. 737 oben dargelegt worden sind,
veranlaßten Prozesse vr. Sieveking in Hamburg, mand. nom.
Capt. C. Drummond vom Bremischen Barkschiff „Christel", Klä-
gers, gegen die Hamb. Amerik. Packetfahrt Aktien-Gesellschaft,
Beklagte, legte das Reichsoberhandelsgericht in einem Erkenntnisse
von demselben Tage der Bekl. nur den ersten der in jenem Er-
kenntnisse electiv nachgelassenen drei Beweise auf.
Die Gründe dieses Erkenntnisses stimmen mit denen jenes
Erkenntnisses überein; bezüglich der Beschränkung des Beweisnach-
lasses in diesem Falle ist jedoch folgendes hinzugesügt:
Was zunächst den im Obergerichts-Erkenntnisse der Silesia
nachgelassenen Beweis betrifft, daß der Thor durch unrichtiges
Legen des Ruders nach Backbord den wirklichen Zusammenstoß der
genannten beiden Schiffe,- oder doch die verderblich gewvrdene Ein-
wirkung des Wasserdrucks auf den Thor veranlaßt habe, so ist
das Obergericht keineswegs der Meinung gewesen, daß unter der

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