Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

Entscheidungen des R.-O.-H.-G. in Handels- u. Wechfelsachen. 615
genden Vorgang ein derartiger Schaden entstanden, daß er nach
dem ordentlichen Verlauf der Dinge aus jenem ungehörigen Ver-
halten erklärt werden kann, so bedarf es auf Seiten des Beschä-
digten keines Eingehens auf die specielle Art und Weise, wie der
schädliche Erfolg bewirkt worden ist, mit anderen Worten, darauf,
welcher Zusammenhang zwischen der Ordnungswidrigkeit und dem
Schaden bestanden hat. Demgemäß ist insbesondere in der bis-
herigen hanseatischen Rechtsprechung, wie im Allgemeinen in
Fällen von Schadensklagen
Erkenntnisse des Lübecker Ober - AppellationsgerichtZ.
Hamburger Sammlung Bd. III, S. 122, 174, 427.
so speciell in Ansegelungssachen,
Kierulff, Sammlung Bd. III, S. 765,
erkannt worden, wie denn dieselbe Behandlung in der früheren
Sache Christel e. Thor vom Handelsgerichte zur Anwendung
gebracht worden ist.
Auf Seiten eines Beklagten, welcher unter Umständen, wie
solche hier Vorlagen, in die Lage kommt, sich exculpiren zu müssen,
ist der Exculpationsbeweis in zwei Beziehungen denkbar. Er kann
den Versuch machen, nachzuweisen, entweder, daß der, nach dem
äußeren Anschein anzunehmenden Rechtswidrigkeit seines Verhaltens
in Wirklichkeit kein Verschulden zu Grunde gelegen habe, oder,
daß sein Verschulden eine culpa fine effectu geblieben sei, nem-
lich der eingetretene Schaden anderen, von ihm unabhängigen
und auch nicht mittelbar ihm zur Last kommenden Ursachen beizu-
messen sei. In letzterer Beziehung hat die beklagtische Partei es
an dazu dienlichen Angaben sehlen lassen. Der ihr zu verstattende
Beweis der Exculpation konnte mithin nur so, wie im Erkennt-
nisse geschehen, nachgelassen werden.
Reben diesem Beweise muß es der beklagtischen Partei, um
sich gänzlich von der Klage des Thor frei zu machen, nach Maaß-
gabe ihres oben berührten Vorbringens, verstattet werden, den
Beweis der Behauptung zu führen, daß der Thor durch unrich-
tiges Backbordruder, als er neben der Silesia in der Fahrt war,
das Zusammengerathen beider Schiffe veranlaßt oder doch mil-
veranlaßt habe, da nach dem Art. 737 sogar jede Mitschuld
des Thor die Silesia klaglos stellen würde. Die Formulirung

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer