Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

578 Entscheidungen des R.-O.-H.-G. in Handels- u. Wechselsachen.
auf Besicht geschehenen Verkauf des Hafers, und daß am 6. Juli
der Käufer über den Empfang der Waare sich zu entscheiden
haben werde, gemeldet. An demselben 6. Juli empfing der Klä-
ger diesen Brief, nachdem er noch am Tage vorher, dem 5. von
Neuem bestimmt darüber sich ausgesprochen hatte, daß er keinen
festen Contractabschluß wolle. In den nächstfolgenden Tagen lag
Nichts vor, was auf Seiten einer der Parteien die Erledigung
der Sache dringlich hätte erscheinen lassen, denn die Haferpreise
ölieben unverändert und Westenholz Brothers selbst stellten die
Nicht-Dringlichkeit dadurch außer Zweifel, daß sie nach dem 4.
Juli mit einer ferneren Zuschrift an den Kläger bis zum 13. Juli
warteten. Am letztgedachten Tage sandten sie Verkausrechnung ein
und erst durch die begleitende Zuschrift erhielt der Kläger die be-
stimmte Nachricht, daß der Verkauf zur Ausführung gekommen
sei. Daß damals Westenholz Brothers ein dringliches Interesse
hatten, sofort von dem Entschlüsse des Klägers benachrichtigt zu
werden, war nach dem vorgedachten Schreiben, welches dem Klä-
ger am 15. zukam, wiederum nicht anzunehmen. Denn nichts
Derartiges war in demselben ausgesprochen und der Marktbericht
lautete, „es sei stille mit allen Getreidesorten und Hafer sei um
3 d. p. Q gewichen." — Inzwischen hatte der Kläger die We-
stenholz Brothers am 12. Juli — in einem Briefe, welcher sich
mit demjenigen der letzteren vom 13. Juli kreuzte — aufgefor-
dert, darüber, wie sie ihr Verfahren in Betreff des Hafer-Ver-
kaufs rechtfertigen zu können vermeinten, sich zu erklären. Dieses
Schreiben, welches Westenholz Brothers am 14. Juli erhielten,
blieb von ihnen unbeantwortet bis zum 18. Juli nnd dieser neue
viertägige Verzug steht von Neuem mit der beklagtischen Auffas-
sung im Widerspruche, daß der Kläger seinerseits im Interesse der
Westenholz & Co. mit der in Rede stehenden definitiven Erklä-
rung sich zu beeilen gehabt hätte. Auf das Schreiben des Lon-
doner Hauses vom 15. Juli, welches an einem Sonntage, dem
17. Juli in Hamburg eintraf, konnte ordentlicher Weise erst am
Montage, den 18. Juli geantwortet werden. Wenn der Kläger
in dem an diesem Tage abgesandten Schreiben, anstatt sich nun-
mehr bestimmt über Genehmigung oder Ablehnung des Verkaufs
zu erklären, diese Erklärung bis aus unbestimmte Zeit verschob

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