Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

Entscheidungen des R.-O.-H.-G. in Handels- u. Wechselsachen. 575
der vorstehend berührte Punkt durch das Erkenntniß der gegenwär-
tigen Instanz vom 14. März 1871. In diesem ist ausdrücklich
bevorwortet, daß es nach per duas conformas bewirkter Erledi-
gung der Frage nach der klägerischerseits behaupteten Austragswidrig-
keit des Verkaufs für die damalige Sachlage nur daraus ankomme,
ob eine Verwirkung der klägerischen Schadensansprüche anzu-
nehmen sei. Dies wurde mit dem Obergericht verneint und bis
zum Ende des ersten Abschnitts dieses Prozesses war mithin be-
züglich des Schadensanspruches nur das negative Ergebniß herbei-
geführt, daß der Kläger seines Schadensanspruches sich nicht ver-
lustig gemacht habe. Dies schloß übrigens nicht aus und im
früheren Erkenntnisse der gegenwärtigen Instanz ist besonders dar-
aus hingewiesen worden (verbis „der Consignant sei nicht berech-
tigt, durch beliebige Wahl des Zeitpunktes seiner Erklärung das
Evaluationsmaaß der Schadensaufstellung willkürlich zu bestim-
men^)/ daß die Wahl eines um wenig oder mehr späteren Zeitpunk-
tes für die Erklärung des Klägers, ob er den auftragswidrigen
Verkauf anerkennen oder ob er ihn nicht gelten lassen wolle, aus
die Factoreu der Schadensberechnung Einfluß ausüben könne.
Und es läßt sich dann auch nicht bezweifeln, daß ein solcher Ein-
fluß unter Umständen angenommen werden muß. Freilich nicht,
weil das Quantum des anzunehmenden Schadens dadurch ein
größeres oder geringeres werden könnte, sondern in der Weise,
daß eine von den Consignanten dem Consignatar aus Grund der
Forderung contractlicher bona Udos geschuldete Rücksicht anzu-
nehmen ist, diese aber dadurch verletzt werden und dann zur Er-
mäßigung der Schadensvergütung führen kann wenn unter Um-
ständen, wie solche hier vorliegen der Consignant seine Entschei-
dung längere Zeit in suspenso bleiben läßt.
Der Schadensanspruch des Consignanten dessen Waare gegen
seinen Willen vom Consignatar verkauft, wird, unterliegt den
Principien der actio mandati directa. Diese führen dahin, daß
der Consignatar dem Consignanten das Interesse zu ersetzen hat.
Das Interesse besteht aber hier in Demjenigen, was der Consig-
nant erlangt haben würde, wenn das Consignations-Unterttehmen
durchgeführt worden wäre. Die Liquidirung dieses Interesses wird
nicht selten Schwierigkeiten darbieten, denn es kommt nicht allein

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