Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

574 Entscheidungen des R.-O.--H.-G. in Handels- u. Wechselsachen.
aetis erhellet. Dieses aber stndet hier statt. Nach den von dem
Beklagten vorgelegten Preisnotirungen, waren die Haferpreise in
London vom 11. aus den 18. Juli um 2 sh. 6 d. bis 3 sh.
gestiegen, und daß vom 18. bis zum 22. Juli eine weitere Preis-
steigerung stattgefunden habe, ist gerade vom Kläger behauptet
worden. Schon eine Steigerung um 10 d. hätte aber circa
Bco. JL 500 ausgemacht.
In Betreff des Streitverhältnisses selbst war dem Oberge-
richte beizutreten, also die Beschwerde des Beklagten zu verwerfen.
Freilich nicht, weil schon durch frühere rechtskräftige Entscheidung
Der gegenwärtig verhandelte Streitpunkt über das Maaß der von
dem Beklagten zu leistenden Schadensvergütung im Sinne des
jetzigen Obergerichts-Erkenntnisses, den Hauptpunkten nach, erledigt
gewesen wäre, sondern weil dies Erkenntniß aus materiellen Grün-
den, für sachgemäß zu halten ist. Ersteres nicht, weil es bei der
ersten Verhandlung und der auf sie- folgenden Appellation des
Klägers nur auf die beiden Fragen ankam, erstens, ob Westen-
holz Brothers auftragswidrigerweise verkauft hätten, und (even-
tualiter) zweitens, ob der Kläger den (auftragswidrigen) Verkauf
dadurch, daß er nicht sofort Widerspruch gegen denselben erhoben,
genehmigt habe. Ueber die Factoren der eventuuhtor zu formi-
renden Schadensberechnung, oder auch nur darüber, welchen Ein-
fluß ein längeres Hinausschieben einer bestimmten Erklärung des
Klägers über Genehmigung oder Nichtgenenehmigung des Verkaufs
auf das Maaß des Schadensersatzes, übe, ist weder bis dahin ver-
handelt worden, noch war damals darüber zu entscheiden. Dem
entsprach auch das Obergerichts-Decisum vom 4. November 1870,
welches im Anschluß an die nicht weiter reichende damalige Be-
schwerde des Klägers lediglich das frühere absolutorische Erkennt-
niß des Handelsgerichts aufhob, die Schadenspflichtigkeit des Be-
klagten anerkannte und die Sache zur weiteren Verhandlung' über
Die Feststellung des Schadens an das Handelsgericht renmtirte.
Die in den Entscheidungsgründen zum früheren Obergerichts,
Erkenntniß vorkommenden Aeußerungen über das von dem Kläger
nach dem 6. Juli in der Correspondenz mit Westenholz Brothers
beobachtete Verhalten, können mithin als Theile der Entschei-
dung nicht angesehen werden. Jedenfalls erledigt sich indessen

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