Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

Entscheidungen des R.-O.-H.-G. in Handels- u. Wechselsachen. W7
den Grundsätzen der s. g. exceptio non rite adimpleti contrac-
tus behandelt, ist eine doppelte Negation des behaupteten
Auftrags und der behaupteten Ausrichtung des Auftrags.
Gegründet ist die Klage auf die Ausrichtung eines klägeri-
fchen Auftrags, im Interesse des Kläges Annoncen an verschiedene
auswärtige Zeitungen einzusenden. Dieser Auftrag soll sich er
geben aus verschiedenen Briefen und telegraphischen Depeschen;
insbesondere aus dem Offerte-Brief des Klägers vom 19. Sep-
tember. 1869; dem Accept-Brief des Beklagen vom 22. Septem-
ber 1869 nebst dessen beiden Unteranlagen 1 und 2 dem Brief
des Klägers vom 25. September 1869, dem Schreiben des Be-
klagten vom 29. September (?) 1869, dem Schreiben des Be-
klagten vom 4. October 1869. Die richtige Ausführung des Auf-
trags soll sich ergeben aus einem beigebrachten Convolute Zei-
tungen und aus einem bei Gelegenheit der Oberappellation vor-
gelegten Belag.
Beklagter hat seine Verpflichtung zur Zahlung unter anderem
.auch um deswillen in Abrede gestellt, weil Kläger die Annoncen
theilweise in zu vielen Zeitungen habe drucken lassen; weil eine
Reihe von Annoncen zu spät inserirt worden sei; weil ein Theil
der Annoncen zu groß, ein Theil mit falschen Preisen gedruckt
worden sei. Er behauptet über alles dieses dem Kläger Instruc-
tionen ertheilt zu haben, durch welche der Inhalt des Auftrags
begrenzt worden sei, zwar nicht brieflich, aber durch Einsendung
von „Modellen" in welchen sich unten und oben gedruckte In-
structionen befunden, wie in den von ihm vorgelegten Modellen
F und G; diese Instructionen seien in dem vom Kläger probu-
cirten Exemplaren (Unteranlagen 1. 2 und Anl. 5) abgeschnitten.
Alles dies hat Kläger in Abrede gestellt, will vielmehr, so-
weit nicht die von ihm vorgelegten Documente den Inhalt des
Auftrags ergeben, völlig freie Hand gehabt haben, nach bestem Er-
messen zu verfahren: so hinsichtlich der Größe der Annoncen, der
Zeilenzahl, der Preisangabe und in Betreff der ersten Annonce
und der Reclame auch hinsichtlich der Zeit der Jnserirung. Er
behauptet somit einen weniger limitirten Auftrag empfangen
zu haben, als Beklagter angiebt.
Bei dieser Sachlage hat Kläger, welcher mit actio mandati

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