Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

464 Entscheidungen des R.-O.-H.-G. in Handels- u. Wechselsachen.
Auslegung solcher Chartepartien in kaufmännischen Kreisen
schlechtweg, behaupten jedoch nirgends, daß bereits auch nur ein
einziger Fall, wie der hier vorliegende, eingetreten sei, in wel-
chem sich in Beziehung aus die Bedeutung nnd Wirkung der hier
fraglichen Bestimmung die angebliche Ansicht als eine gebräuchliche
manifestirt hätte.
Was schließlich den Betrag der dem Kläger hiernach zuzuer-
kennenden Entschädigung anlangt, so hat sich der Kläger seinerseits
bei dem Erkenntnisse erster Instanz, durch welches ihm außer den
ihm bereits als Distanzfracht für den geborgenen Theil der Rück-
ladung auf den zurückgelegten 1/i0 Theil der Rückreise gezahlten
£ 6, 11. noch ein Drittel der Gesammtfracht zugesprochen ist,
welche er bei einer in der bedungenen Weise geschehenen Aus-
führung des ganzen Transportes erhalten haben würde, beruhigt.
Aber auch den Beklagten gereicht diese Entscheidung nicht zum
Nachtheile. Das Handelsgericht hat dieser'Berechnung der Distanz-
fracht für die Ausreise die schon seit langer Zeit in Gültigkeit
gewesene Bestimmung der hamburgischen Seeversicherungsbedin-
gungen zum Grunde gelegt, daß in Fällen einer zusammengesetzten
Reise, in welchen eine Fracht „out and home“ stipulirt worden
dann, wenn eine Vertheilung der Fracht aus die Ausreise und
auf die Rückreise erforderlich werde, für die erstere ein Drittel,
nnd für die letztere zwei Drittel zu rechnen seien, welche Bestim-
mung, wie das Handelsgericht mit Recht annimmt, als aus der
in einer großen Reihe von Fällen gemachten Erfahrung über das
durchschnittliche Berhältniß des Betrages der Aussrachten
zu demjenigen der Rückfrachten beruhend angesehen werden muß.
Daß, falls der Kläger nicht abzuweisen sei, auch für den vorlie-
genden Fall dieses Berhältniß analog anzuwenden ist, geben die Be-
klagten nun auch selbst zu. Sie meinen aber, daß auch die Distanz-
fracht für die Ausreise nur ein Drittel derjenigen Summe betragen
dürfe, welche der Verfrachter erhalten haben würde, wenn das Schiff
mit dem bei dem Unfälle geretteten Theile der Rückladung die Rück-
reise vollendet hätte, was hier, da diese Summe nach der eigenen
Angabe des Klägers nur £ 327. 11 S. 8 D. betrage, statt der dem
Kläger als ein Drittel der £ 889 7 S. 11 D. betragenden Gesammt-
fracht zugesprochenen Summe von £ 296, 9 D. nur £ 109, 3 S.

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