Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

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Bez. d. O -A.-G. zu Lübeck. Art. 888.

daß es thunlich war, diesen Umstand bei Abschluß der Versicherung
zur Anzeige zu bringen,
4. daß bei Abfassung der Beweissätze nicht über die von der
einen und der anderen Seite aufgestellten Behauptungen hinaus-
zugehen ist und somit es hier namentlich auch darauf nicht an-
kommt, daß zufolge der Bestimmungen des citirten § 45 der
Versicherungs-Bedingungen der Versicherer nicht nur geltend machen
kann, daß der Versicherte, oder eine demselben hinsichtlich der
Anzeigepflicht gleich gestellte Person bereits den erfolgten Abgang
des Schiffs kannte, sondern auch, daß eine dieser Personen bei
gehöriger Sorgfalt den Abgang des Schiffs hätte kennen müssen:
daß hinsichtlich der nachversicherten Beo.JL 6000 den Be-
klagten, insoweit dieselben bei dieser Nachversicherung betheiligt
sind, der Beweis nachzulassen:
daß Gjaever oder Kläger bei Abschluß dieser Nachver-
sicherung wußten, daß das Schiff „Fremad" bereits von
Tromsoe abgegangen sei,
die Anberaumung des Termins für die Antretung dieses Beweises
aber für jetzt noch auszusetzen;
den Klägern übrigens außer dem Gegenbeweis der zugleich
mit demselben bei Strafe des Beweisverlustes anzntretende Beweis
vorzubehalten:
daß diejenigen Beklagten, welche bei dieser Nachversiche-
rung betheiligt sind, oder doch einzelne und welche von
diesen Beklagten bei Abschluß der Nachversicherung wuß-
ten, daß das Schiss „Fremad" bereits von Tromsoe
abgegangen sei;
und gegen diesen Beweis wiederum den Beklagten der Gegenbe-
weis vorzubehalten;
3. da zwar weder aus dem in Vardoc ausgenommenen
Seeprotest, Anl. 2, noch aus der in Tromsoe aufgenommenen
Verklarung, Anl. 3, hervorgeht, daß Helstad bei diesen Acten das
am Bord des „Fremad" geführte Schiffsjournal vorgelegt hat,
Helstad auch die Angaben, welche diese Actenstücke über die Reise
des Schiffs enthalten, selbst nicht beschworen und von den 10 Per-
sonen, welche seine Mannschaft bildeten, nur 2 zur Verklarung
gestellt hat;

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