Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

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Bez. d. O.-A.-G. zu Lübeck. Art. 748. ff.

Zn Art. 748, 749, 751.
Ausmessung des Berge- oder Hülfslohns.
Erkenntniß des Handelsgerichts 1. Abch. vom 22. De-
cember 1870.

da es hier aber dahingestellt bleiben kann, ob der „Cuxhaven"
bei dem erwähnten Zusammenstoß wirklich den in den beigebrachten
Taxationsdocumenten im Ganzen auf Banco^. 3000 — taxirten
Schaden erlitt, indem das H.-G.-B. mit keinem Worte andeutet,
daß, falls der Hülseleistende bei der Bergung oder Hülfeleistung
einen Schaden erleidet, zu demjenigen Betrage, auf welchen sonst
der Berge- oder Hülfslohn zu veranschlagen wäre, noch der Belauf
des Schadens hinzugerechnet werden solle, das Gegentheil viel-
mehr aus den Bestimmungen, welche die Art. 748 und 749 über
das Maximum des Berge- und Hülfslohnes und der Art. 751
über die Vertheilung dieses Lohns enthalten, gefolgert werden
muß, zumal da bei Abfassung dieser Vorschriften unmöglich über-
sehen sein kann, daß in Fällen dieser Art das hülfeleistende Schiff
Schaden vom größten Umfange erleiden, sogar verloren gehen
könne;
da auch die Ansicht, daß bei Ausmessung des Berge- und
Hülfslohns nicht die Schäden, welche das hülfeleistende Schiff
erleidet, sondern lediglich die Gefahr zu berücksichtigen sei, welcher
dasselbe sich aussetzte, als es zur Hülfeleistung sich anschickte, sich
auf die Erwägung zurückführen ließe, daß, wenn man einerseits
dem hülfeleistenden Schiff auch nach glücklich überstandener Gefahr
eine liberal zu bemessende Vergütung dafür zu Theil werden läßt,
daß dasselbe der Gefahr sich ausgesetzt habe, das Schiff andererseits
nicht eine weitere Vergütung verlangen könne, wenn es in Folge
der Gefahr der es sich ausgesetzt hat einen Schaden erleidet. —
_______________ foi
Zu Art. 750.
Ob „Hülfsleistung in Seenoth" oder „Bergung?" —
Größe des Berglohns.
Erkenntniß des Handelsgerichts 1. Abtheilung vom 9.
Januar 1871.

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