Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

Großherzogthum Baden. Art. 702 ff. 731.

36b

Umkreise zwischen Würzburg, wo die Beklagte die Maaren über-
nommen hat, und Landau, wo sie dieselben abzuliefern hatte.
An diesem Preise kommt die von der Beklagten berechnete Fracht
in Abrechnung, weil diese die Kosten der Kläger bei Anschaffung
der Maaren, und bezw. dem Verkaufe derselben auf den entschei-
denden Marktplätzen darstellt. Dagegen erschien die Forderung
der Kläger, daß ihnen die Beklagte die mit der Armeeverwaltung
für Maaren ähnlicher Art verabredeten Preise vergüte, nicht
gerechtfertigt, weil die fraglichen Maaren an die Militärverwaltung
noch nicht übergeben waren, und jene Preise nur in Rücksicht auf
die von der Klägerin bis zur Uebergabe zu tragende außergewöhn-
liche Gefahr vereinbart waren, endlich die Kläger in keiner Meise
begründet haben, daß sie die fraglichen Maaren nicht durch andere
gleicher Art zu ersetzen vermochten. Ohnehin begreifen die zuge-
sprochenen Preise schon hohe Kriegspreise."
(Urtheil des Handelsgerichts Mannheim vom 7. Novbr.
1871 i. S. Cohn, Caro, Friedmann u. Co. gegen die
Großh. Badische Eisenbahnverwaltung.)
Art. 702 ff. 731.
Nach Handelsgebrauch finden die Grundsätze über
Haverei auch auf das Frachtgeschäft auf dem Rheine
Anwendung. — Große Haverei. — Der Geltend-
machung der Schäden hat die Ernennung eines Dis-
pacheurs vorherzugehen.
Die Schäden, wegen welcher der Kläger Ersatz von dem Be-
klagten verlangt, fallen unter den Begriff der im fünften Buche
des H.-G.-B. in des achten Titels ersten Abschnitt erörterten
Haverei, und zwar der großen, deren Grundsätze, obwohl im Ge-
setze zunächst nur in Absicht ans den Seehandel ausgestellt, doch
auch auf das Frachtgeschäft auf dem Rheinstrome Anwendung
finden, wie dieß der den Mitgliedern des Handelsgerichts bekannte
stetige Handelsgebrauch erngeführt hat, und durch zahlreiche ganz
ähnliche Fälle bestätigt wird, in welchen auf Antrag der Bethei-
ligten vom Handelsgerichte ein Dispacheur (Art. 731) ernannt
wurde. Daß aber die hier in Frage kommenden Schäden zur
großen und nicht, wie der Kläger will, zur besonderen, Havarei

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