Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

300

Großherzogthum Baden. Art. 266 ff.

geschlossenes Kaufgeschäft mit beiderseitiger Einwilligung rückgängig
gemacht worden sei.
Es verlangte deshalb der klagende Theil nach erfolgter Zah-
lung von 437 fl. 30 kr. den Rest des ganzen Kaufpreises mit
598 fl. 30 kr. nebst 6 Procent Zinsen vom Klagzustellungstag
an von der beklagten Firma Stern und Sohn, wovon, nach-
dem dem Kläger im ersten Rechtszuge 80 fl. 25 kr. zugesprochen
worden, der Betrag von 517 fl. 55 kr. nebst Zinsen — nämlich
die Hälfte des ganzen Kaufpreises, deren Zahlung die Firma ver-
weigert — noch streitig ist.
Beklagterseits wurde zugegeben, daß der Sackverkauf lediglich
zwischen dem klag. Bevollmächtigten und Simon Stern vereinbart
wurde. Zur Begründung der Zahlungsweigerung der zweiten Hälfte
des Preises wurde eingewendet, es sei dieser Kauf nur die Fortsetzung
eines, einige Zeit vorher zwischen dem klagenden Theil und der
Firma Stern und Sohn und Stern und Comp, abgeschlossenen
Hafergeschäftes gewesen. Die kläg. Handlung habe nämlich den
beiden Firmen früher 1000 Ctr. Hafer je zur Hälfte verkauft und
geliefert. In gleicher Weise sei dann auch zwischen Julius Sa-
lomon und Simon Stern das Sackgeschäft für die beiden Firmen
besprochen, unterhandelt und abgeschlossen worden, so daß in Be-
treff der Säcke — worin der Hafer geliefert worden — ebenso
wie hinsichtlich des letzteren selbst, die beklagte Firma den Kauf-
preis nicht allein schuldig, sondern jede der kaufenden Firmen
zur Hälfte Schuldnerin desselben geworden sei und das verkaufende
Handelshaus sich deshalb mit der andern Hälfte seiner Forderung
an die Firma Stern und Comp, zu halten habe.
Der klagende Theil macht dagegen geltend, der Hafer sei nicht
je zur Hälfte, sondern als ein Ganzes den beiden Firmen auf
gemeinschaftliche Rechnung veräußert worden. Jener Kauf sei ein
Contametageschäft gewesen, das die Sammtverbindlichkeit eines
jeden der kaufenden Gesellschafter begründet habe und auch die Sammt-
verbindlichkeit derselben hinsichtlich des Kaufpreises für die Säcke
begründen würde, wenn das Sackgeschäft als eine Fortsetzung des
Hasergeschäftes zu betrachten wäre.
Er besteht indeß unter fortgesetztem Widerspruch des beklagter-
soits eingewendeten Theilverkaufs, auf der Behauptung, daß der

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer