Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

278 Großherzogthum Baden. Art. 49, 55, 323, 364.
und Brettschneider am 7. December (Seite 10) erklärte, er
habe aufgegeben:
„Val. Eder in Mannheim 10 Ballen 69er Pfälzer Um-
„blatt und Einlage ä 11, wenn möglich 103/4 Thlr.
„Der Tabak muß gut Umblatt und Einlage leicht und
„sicher im Brande sein."
so kann dahin gestellt bleiben, ob in diesem Briefwechsel ein
perfecter Kaufabschluß, oder nur ein der Annahme Eder's bedürf-
tiges Offert zum Kaufe vorlag, jedenfalls überschritt Brettschneider
seine Vollmacht und Passek hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn
er sich nicht versicherte, ob Brettschneider dazu Vollmacht hatte.
Der appellatische Anwalt hat zwar heute mit dem Bemerken, die
Correspondenz sei nicht vollständig vorgelegt, noch die Heraus-
gabe der angeblich fehlenden Correspondenz verlangt; allein für
die Zeit vom 29. November ab liegt dieselbe vollständig (bis auf
den nicht weiter in Betracht kommenden Brief Brettschneiders cm
Passek vom 17. December, der sich selbstverständlich nicht im Be-
sitze des Beklagten befindet) vor, und wenn bis jetzt die Briefe
aus der Zeit vor dem 22. October nicht zu den Acten kamen,
so kann dieser Correspondenz kein Gewicht beigelegt werden, weil
nicht behauptet wurde, daß Eder dem Brettschneider mit einem
Briefe „150 Centner 69er gut Umblatt und Einlage, leicht und
sicher im Brande" an Händen gegeben habe, während nach dem vor-
liegenden BriefwechselBrettschneider nur nach Probe zu verkaufen hatte.
Vergl. über die rechtliche Stellung des nicht in einein
Dienstverhältnisse zum Geschäftsherrn stehenden Agen-
ten Entsch. d. R.-O.-H.-G. II, 301.
Die Ueberschreitung der Vollmacht würde allerdings als
geheilt zu betrachten sein, wenn Eder das Geschäft, welches ihm
mit Brief vom 6. December (Seite 68) gemeldet wurde, nach-
träglich ratihabirt Hütte. Das Handelsgericht erblickte fürsorglich
-eine stillschweigende Gutheißung darin, daß Eder statt sofort nach
Anzeige seinen Willen dem Kläger kund zu geben, dies erst mit
Brief vom 22. December gethan habe, während er zur Beschleu-
nigung um so mehr aufgefordert gewesen sei, als nach seiner
Meinung sein Agent die Grenzen des erhaltenen Auftrages über-
schritten hatte. Allein auch diese Beurtheilung entspricht dem

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