Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

Großherzogthum Baden. Art. 4. 271. 1.

271

Wenn man sich beklagter Seits in der vorliegenden, aus-
schließlich das im Streite befangene Geschäft betreffenden, Corre-
spondenz zuerst der Unterschrift „Briefmarkenhandlung Heidelberg"
bediente, dann dieser Unterschrift beisetzte: „Wilhelm Faber u. Co.,"
fortan aber nur mit „Wilhelm Faber u. Co." Unterzeichnete;
wenn man den Briefen theilweise einen die Worte „Briesmarken-
handlung Heidelberg" enthaltenen Stempel aufdrückte; so kann
aus einem solchen Verfahren, namentlich wenn es von jugend-
lichen Personen geübt wird, noch keineswegs auf einen ernstlichen
Handelsbetrieb geschlossen werden. Schon die Verschieden-
artigkeit der Unterzeichnung war geeignet, Bedenken gegen die
Annahme eines solchen Betriebes einzuslößen.
Die Herausgabe des klagender Seits für das Dasein eines
handelsmännischen Geschäftsbetriebes in mehreren Nummern vor-
gelegten Blattes „Bazar für Briefmarkensammler" begann erst
am 1. Juli 1869 — die erste Nummer trägt dieses Datum, die
zweite das des 15. August, die vierte das des 15. Octbr. 1869 —
mithin nach dem Abschlüsse des im Streite liegenden Geschäfts.
Es kann also der Inhalt dieses Blattes nicht für die Zeit
dieses Abschlusses maßgebend sein. Aber selbst abgesehen hievon
findet sich in den vorliegenden Nummern dieses Blattes trotz der
vielfachen Ankündigungen kein genügender Nachweis für einen
wirklichen und gewerbsmäßigen Handelsbetrieb, mit andern
Worten, für die gewerbsmäßige Vornahme von Handelsge-
schäften. Selbst darüber, ob das in No. 1 des „Bazar" be-
sprochene Geschäft mit der königl. bayerischen Postverwaltung zu
Stande kam, ist dem Blatte nichts zu entnehmen. Die An-
zeige, daß der Herausgeber des „Bazar" behufs der Annahme
von Bestellungen auf das Blatt einen Commissionär in Leipzig
habe, ist zum Nachweise des in Frage stehenden Handelsbetriebes
von keiner Erheblichkeit. Ebensowenig ist in dieser Richtung dem
Umstande, daß man beklagter Seits „Wilhelm Faber u. Co."
Unterzeichnete, Gewicht beizulegen, da über das Vorhandensein
eines Gesellschafters des Wilhelm Faber nichts vorgebracht zu
werden vermochte.
Daß Beklagter zur fraglichen Zeit Handelsmann gewesen sei,
ist um so weniger anzunehmen, als er unerachtet des von ihm

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